04.02.2012, 09:24 Uhr
»
Home
» Aktuelles/Presse
» Newsletter (Archiv)
» Ausgaben 2010

Sicher unterwegs dank Fahrerassistenzsystem
Newsletter-Archiv > Ausgaben 2010
BGN aktuell 17 / 24. August 2010
Fahrers wachsame Helfer
Fahrerassistenzsysteme: Funktionsweise und Nutzen für die Verkehrssicherheit
von Dr. Michael GeilerAkzente 4/2010 | Magazin für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Rehabilitation
Fahrerassistenzsysteme (FAS) sollen dem Fahrer bestimmte Tätigkeiten abnehmen oder erleichtern. Außerdem soll die Fahrzeugführung sicherer werden. Inwieweit die wachsamen Helfer des Fahrers diese Aufgaben tatsächlich erfüllen, ist keineswegs immer klar zu beantworten. Zwar existieren zu einzelnen Systemen Abschätzungen des Sicherheitsgewinns. Es gibt aber auch unbeantwortete Fragen z. B. hinsichtlich möglicher Ablenkung des Fahrers oder erhöhter Risikobereitschaft, wenn er sich auf die Technik verlässt.
Fahrerassistenzsysteme (FAS) lassen sich grob in passive und aktive Systeme einteilen: Passive Systeme wie z.B. der Spurwechselassistent, das Navigationsgerät und der Reifendrucküberwacher haben eine informierende, warnende Funktion. Aktive Systeme hingegen greifen zusätzlich in die Fahrzeugdynamik ein. Sie werden in bestimmten Fahrsituationen unabhängig vom Fahrerwillen selbstständig aktiv. Daher nennt man sie auch Interventionssysteme. Die meisten Systeme sind aber durch den Fahrer übersteuerbar. Zu den aktiven Systemen gehören z.B. der automatische Abstandsregler und elektronische Stabilitätsprogramme.
Die einzelnen FAS haben je nach Fahrzeughersteller unterschiedliche Bezeichnungen. Daher besteht eine verwirrende Begriffsvielfalt.
Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP)
ESP verhindert innerhalb gewisser physikalischer Grenzen das Schleudern des Fahrzeuges. Es leistet damit einen hohen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Das Allianz-Zentrum für Technik bezeichnet ESP nach dem Sicherheitsgurt als den Lebensretter Nr. 2. Studien der Automobilindustrie zufolge gingen Unfälle durch Abkommen von der Fahrbahn bei Fahrzeugen mit esp um ca. 40% zurück. Laut Unfallforschung der Versicherer (www.udv.de ) würden 25% aller Pkw-Unfälle mit Personenschaden und 35 bis 40% aller Pkw-Unfälle mit Getöteten glimpflicher ablaufen oder ganz vermieden, wenn alle Pkws mit ESP ausgestattet wären.Auch bei Nutzfahrzeugen wird ESP für sehr wirksam gehalten: Etwa die Hälfte der analysierten Schleuder-Unfälle von Lkws und Kleintransportern hätte mit ESP wahrscheinlich vermieden werden können (www.allianz23.de ). Bei der Anschaffung eines – auch gebrauchten - Fahrzeugs sollte man aus diesem Grund dringend darauf achten, dass es mit ESP ausgestattet ist (siehe auch: www.schutzengel-esp.de ).
Automatische Abstandsregelung (ACC)
ACC (adaptive cruise control) stellt im fließenden Verkehr den jeweils richtigen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug her. Es gibt auch Abstandsregler mit Stop-and-go-Funktion. Ein mit ACC ausgerüstetes Fahrzeug hält ohne Zutun des Fahrers an, wenn das vorausfahrende Fahrzeug zum Stehen kommt. Setzt sich die Kolonne wieder in Bewegung, fährt das Fahrzeug selbstständig an. ACC wirkt allerdings nicht uneingeschränkt: Seine Sensoren tasten nämlich die Umgebung des Fahrzeugs nur nach vorne in gerader Richtung ab. Dies kann in Kurven dazu führen, dass ACC den Vorausfahrenden »verliert« und »denkt«, die Fahrbahn sei frei.Der automatische Abstandsregler ist in der Lage, Auffahrunfälle zu verhindern. In einem Bericht der Bundesanstalt für Straßenwesen (Unterreihe Fahrzeugtechnik, Heft f 60, www.bast.de ) errechnen die Autoren, dass die situationsabhängige Regelung von Abstand
und Geschwindigkeit 17,5% aller schweren Pkw-Unfälle verhindern kann. Im Nutzfahrzeugsektor werden noch höhere Werte erwartet. Bei www.allianz23.de heißt es:
»Wären derzeit alle Lkws mit einem abstandsgeregelten Tempomaten (ACC) ausgestattet, könnten 24% aller schweren Lkw-Auffahrunfälle vermieden werden.«
Sitemap
Fehlermelder
Kontakt 


