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BGN aktuell 17 / 24. August 2010

Fahrers wachsame Helfer

Lichtsysteme
Neuere Systeme wie das statische und dynamische Kurvenlicht passen die Lichtverteilung flexibel der jeweiligen Verkehrssituation an. Beim statischen Kurvenlicht schaltet sich beim Abbiegen und in engen Kurven eine zusätzliche Lampe ein, die um die Ecke leuchtet, so dass z.B. querende Fußgänger besser erkennbar sind. Beim dynamischen Kurvenlicht, das für höhere Geschwindigkeiten z.B. auf Landstraßen vorgesehen ist, schwenkt der Scheinwerfer in die Kurve hinein.
Ein weiteres Lichtsystem, der Fernlichtassistent, übernimmt das Ab- und Aufblenden, ohne dass der Gegenverkehr geblendet wird. Auch an einem blendfreien Fernlicht wird gearbeitet. Dabei wird die Fernlichtverteilung dort abgeschaltet, wo sich andere Fahrzeuge befinden. Auf diese Weise wird eine Blendung vermieden. Ungeklärt ist bislang, inwieweit es infolge derartig verbesserter Ausleuchtungen des Straßenraumes zu höheren Fahrgeschwindigkeiten und damit größeren Gefährdungspotenzialen kommt.

Für eine vergrößerte Darstellung bitte auf das Bild anklicken.


Der Kurvenassistent (Bild oben) informiert den Fahrer über gefährliche Kurven und warnt, wenn die Annäherungsgeschwindigkeit zu hoch ist.

Weitere Assistenzsysteme
Weitere Assistenzsysteme sind die Systeme zur Fahrerzustandserkennung wie der Müdigkeitswarner oder die alkoholsensitive Zündanlage (Alcolock). Beim Alcolock muss der Fahrer in ein Röhrchen pusten, bevor er den Wagen starten kann. Die Zündung schaltet sich nur dann ein, wenn der Atem alkoholfrei ist. Alcolock wurde mit positiven Erfahrungen bereits in mehreren Feldversuchen eingesetzt, so z.B. bei Busfahrern in Norwegen und Spanien.
Verkehrszeichenbeobachter nehmen z.B. Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Einfahrverbote mit einer Kamera auf und blenden sie im Tacho oder im Fahrzeugdisplay ein. Prinzipiell möglich ist, dass der Fahrer auf diese Weise nicht nur informiert und gewarnt wird, sondern dass das Fahrzeug von außen elektronisch auf die maximal erlaubte Geschwindigkeit abgebremst wird.
In der Entwicklung befinden sich Systeme zur Kommunikation zwischen den Fahrzeugen (Car-2-Car-Communication). Dabei geht es um die gegenseitige Warnung z.B. an Kreuzungen. Im Aufbau ist ferner der elektronische Notruf (eCall). Er setzt bei einem Unfall automatisch eine Meldung mit Positionsangaben ab. Dadurch soll die Rettungszeit verkürzt werden.

Literatur: Böhm, M., Neumann, C., Locher, J. (2009): Sicht und Sicherheit: Entwicklungen in der automobilen Lichttechnik. In: Zeitschrift für Verkehrssicherheit 2/2009, S. 64–69.

Niggestich, R. (2002): Fahrerassistenzsysteme mit komplexen elektronischen Komponenten im Umfeld von Verkehrssicherheit und Zulassung. In: Zeitschrift für Verkehrssicherheit 48 (2002), 3, S. 117–120.

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