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Presseinformationen 2010

9. Dezember 2010

Arbeitssicherheitsmedaille für Bäcker Gebert ausMarktbreit

Tüftler wider das Bäckerasthma

Marktbreit/Mannheim (BGN) Hans Gebert hilft der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN) seit Jahren bei der Erprobung und Entwicklung praxistauglicher Lösungen zur Verhinderung von Bäckerasthma. Immer wieder werden in der Backstube des unterfränkischen Tüftlers in Marktbreidt-Gnodstadt Maschinen getestet und Verfahren erprobt. Denn, so Bäcker Gebert, "was in der Praxis helfen soll, muss einfach anzuwenden sein!" Für seine Verdienste um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zeichnet die BGN Hans Gebert jetzt mit ihrer Silbermedaille aus.


Angefangen hatte alles vor vielen Jahren, als Hans Geberts Probleme mit Mehlstaub begannen. Er erinnert sich: "Eines Nachts wachte ich auf, weil ich kaum noch Luft bekam. Da wusste ich: Ich muss dringend etwas unternehmen. Denn ich will auf jeden Fall Bäcker bleiben." Hans Gebert wandte sich an die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN), die gesetzliche Unfallversicherung auch für Bäcker. Gebert: "Ich war bereit, alles auszuprobieren, was helfen würde." Die BGN konnte helfen. Hans Gebert nahm am Bäcker-Präventionsprogramm teil, einer jahrelangen Schulung über die Erkrankung und mögliche präventive Maßnahmen. "Ohne das wäre ich nicht dort, wo ich heute bin", sagt Gebert. Immer noch ein leidenschaftlicher Bäcker.

Experimentierfeld Backstube Darüber hinaus band ihn die BGN in die Entwicklung und Erprobung betriebsbezogener Maßnahmen zur Mehlstaubreduzierung ein. Seitdem hat Hans Gebert der BGN viele Male seine Backstubentür in Gnodstadt geöffnet. Seine Backstube ist außergewöhnlich und ein Experimentierfeld. Immer wieder werden hier Maschinen und Techniken auf ihre Wirksamkeit und Praxistauglichkeit getestet oder für den Einsatz im Arbeitalltag verbessert. Dabei entwickelt Gebert Ideen aus Sicht des Anwenders und macht Verbesserungsvorschläge, ohne die die Fachleute der BGN öfter ’mal auf dem Holzweg wären. "Wir brauchen solche kritischen Praktiker, um unseren versicherten Unternehmen Lösungen anbieten zu können, die wirklich taugen", sagt die BGN.

Trennmehl ohne Feinstaub Staubarmes Trennmehl - das wäre für jeden Bäcker mit Bäckerasthma ein echter Fortschritt. Von der Idee, dazu frisch mit Wasser benetztes Mehl wieder zu trocknen, hatte Hans Gebert gehört. Und er hatte den richtigen Einfall: Er packte das Mehl aus einer Benetzungsanlage in den Backofen - für einige Minuten bei 300° C. Gebert: "Ich habe mich selbst als Versuchskaninchen genommen und das Mehl geworfen. Es war fantastisch. Bei dem zurückgetrockneten Mehl reagierte ich nicht mehr." BGN-Staub-Messungen bestätigten, was Hans Gebert am eigenen Leib diesmal nicht zu spüren bekam: Das zurückgetrocknete Mehl enthält fast keinen Feinstaub mehr. Und wo kein Feinstaub ist, reagiert der Bäcker auch nicht allergisch auf Mehlstaub.

Für die BGN war klar: Zusammen mit der Mehlbenetzung war das ein Durchbruch bei der Vorbeugung und Verhinderung von Bäckerasthma. In Fachkreisen spricht man mittlerweile anerkennend vom Gebert-Verfahren und von einem einfachen Weg, wie jeder Bäcker, der eine Benetzungsanlage betreibt, sich sein staubarmes Trennmehl selbst herstellen kann. Wer das nicht möchte, kann es mittlerweile auch im Handel erhalten.

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