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Hans-Peter Durst
Hans-Peter Durst - Weltmeister der Dreiradfahrer

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BGN aktuell 13 / 26. Juni 2012

Ausbalanciert

Nach schwerem Verkehrsunfall das Gleichgewicht wiedergefunden / Ein Dreirad und die BGN haben dabei geholfen

von Klaus Scholl
Akzente 3/2012 | Magazin für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Rehabilitation

Für die Entwicklung vom Patienten mit Schädel-Hirntrauma, Gleichgewichts- und Konzentrationsstörungen zum erfolgreichen Sportler brauchte es vor allem eins: Durchhaltevermögen. Heute ist Hans-Peter Durst Weltmeister der Dreiradfahrer. In dieser Disziplin nimmt er in diesem Jahr auch an den Paralympics teil.


"Mit dem Dreirad sollte mich keiner sehen. Meine Frau hat mich extra mit dem Auto in eine andere Gegend gefahren, wo mich niemand kennt." Hans-Peter Durst hat nicht nur gute Erinnerungen an seine Anfangszeit auf dem Dreirad. Das ist inzwischen anders. Er ist stolz auf sein aktuelles Gefährt und darauf, was er damit erreicht hat. Das Dreirad ist auch ein Symbol dafür, dass er mobil ist, dass er sein Leben selbst gestaltet und Lösungen für die meisten seiner Gesundheitsprobleme gefunden hat.
Der Unfall verändert alles Nach seinem schweren Verkehrsunfall war mit einer solchen
Hans-Peter Durst
Entwicklung nicht zu rechnen. Hans-Peter Durst, damals Geschäftsführer in einer Brauerei, war auf dem Weg zur Arbeit verunglückt. Er erlitt schwere Kopfverletzungen und massive Schädigungen am Bewegungsapparat. Nach Klinikaufenthalt und Reha blieben Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit insbesondere im rechten Bein, Einschränkungen der Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit sowie des Gesichtsfelds. Zum Gehen braucht er fortan einen Stock. Zu den körperlichen Problemen kamen psychische Schwierigkeiten, auch die Unfähigkeit, die eigene Situation richtig einzuschätzen.
Hans-Peter Durst erzählt: "Nach 23 Monaten wurde ich entlassen und war fest überzeugt: Jetzt geht das normale Leben wieder los." Doch Mediziner und Therapeuten waren sich zu diesem Zeitpunkt bereits einig, dass Hans-Peter Durst nicht arbeitsfähig war. Er selbst weigerte sich, den medizinischen Befund zu akzeptieren, wollte unbedingt wieder arbeiten. Die Untätigkeit zuhause hielt er nicht aus. Aus seiner Sicht folgerichtig, machte er sich morgens auf den Weg zu einer eingebildeten Arbeitsstelle, mit dem Ergebnis, dass er völlig überfordert und ziellos herumirrte. Er musste Passanten bitten, seine Frau anzurufen, damit sie ihn abholen konnte.

Berufserprobung als Teil der Therapie
In dieser Phase schaltete sich der Berufshelfer der BGN ein. Er unterstützte Hans-Peter Durst darin, trotz des medizinischen Gutachtens eine Berufserprobung zu organisieren. dursts gute Kontakte halfen dabei, ein geeignetes Unternehmen zu finden. Vor Ort wurde er täglich zweimal von einem Neurologen betreut, der beobachten sollte, ob die Belastungen nicht zu hoch waren. Relativ schnell zeigte sich, dass eine Vollzeitbeschäftigung – zudem noch in leitender Position – nicht in Frage kam. Der Versuch der Reintegration scheiterte.
Auch sein Vorstoß, eine Kombination aus Rente und angestellter Arbeit – je nach aktuellem Leistungsvermögen – zu erstreiten, war nicht erfolgreich. Am Ende musste Hans-Peter Durst akzeptieren, dass er aus dem Berufsleben raus war. Positiv betrachtet, hatte die Erprobungsphase ihm aber dabei geholfen, seine Situation zu akzeptieren und sich aktiv damit auseinanderzusetzen. Ein wichtiges Mittel dazu ist die körperliche Bewegung.

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