20.06.2013, 08:23 Uhr
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Panieranlage
So lässt Paniermehl das Stauben
Mehlbenetzung reduziert Staubentwicklung auch an
Panierstraßen
von Alfred Jörrens, Dr. Peter Rietschel und Ludger Stennes Akzente 2/2012 | Magazin für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Rehabilitation
Die Mehlbenetzung ist eine leistungsfähige Methode zur Entstaubung von Mehl in der Backstube. Jetzt wurde sie in einem anderen Anwendungsbereich getestet: an der Panieranlage eines fleischverarbeitenden Betriebs. Mit gutem Ergebnis.
In Backbetrieben ist die Wirkung der Mehlbenetzung hinreichend nachgewiesen: "Praktisch staubfreies Mehl, kaum Staubentwicklung bei der Befüllung der Bottiche und beim Ankneten" – so beurteilt ein Bäcker die Mehlbenetzung nach einer ausgiebigen Testphase. Er bestätigt das große Potenzial dieses Verfahrens, die Staubbelastung in der Atemluft in Backbetrieben deutlich zu reduzieren und damit entscheidend zur Vorbeugung und Vermeidung von Bäckerasthma beizutragen.
Auch in fleischverarbeitenden Betrieben tritt das Problem Mehlstaub auf, z.B. an Panierstraßen. Deshalb hat die bgn die Mehlbenetzung jetzt zusammen mit dem Hersteller der Benetzungsanlagen in einem fleischverarbeitenden Betrieb getestet.
Der Betrieb verarbeitet Schweinefleisch zu panierten Schnitzeln. Gefährdungen treten auf durch die Staubemissionen der Maschine, die die Trockenpanade aufbringt. Das überschüssige Paniermehl, das nicht an den Fleischstücken hängen bleibt, wird per Schneckenförderung wieder zurück zur Paniermehlaufgabe befördert. Die mechanische Beanspruchung bei diesen Fördervorgängen hat einen Mahleffekt. Hierdurch nehmen mit der Zeit die Feinanteile des ursprünglich sehr grobkörnigen Paniermehls zu. Die Folge: Es entsteht Mehlstaub in der Atemluft, hervorgerufen durch die Förderprozesse in der Maschine und vor allem durch das Abblasen loser Paniermehlteile von den fertig panierten Schnitzeln.
Um die staubmindernde Wirkung der Paniermehl-Benetzung quantifizieren zu können, führte die BGN an zwei Tagen unter gleichen Produktionsbedingungen Messungen ohne und mit Benetzung durch. Die Ergebnisse:
- 78 % weniger Staubentwicklung an den Arbeitsplätzen
- verbesserte Produktqualität: Die Panadenschicht an der Produktunterseite ist gleichmäßiger als vorher, weil die vorbenetze Trockenpanade besser haftet
- deutlich geringere Staubablagerungen auf den Maschinen
Bei den Tests wurde das Paniermehl manuell der Benetzungsanlage und anschließend der Panieranlage zugeführt. In einem weiteren Schritt wird die Benetzung des Paniermehls auf seinem direkten Weg vom Silo zur Panieranlage getestet. Dabei wird das Benetzungsaggregat vor dem Einlauf der Panieranlage installiert. Das Paniermehl wird damit ohne weiteres Zutun automatisch in der Linie benetzt.
Bei der Mehlbenetzung wird das Mehl/Paniermehl in einem Benetzungsaggregat gleichmäßig mit Wasser benetzt. Der Feuchtegehalt des Paniermehls wird um ca. 5% erhöht, bei Backmehl sind es ca. 15%.
Infos: www.bgn.de, Shortlink = 1038 und 1212
Fragen richten Sie bitte an:
alfred.joerrens@bgn.de, peter.rietschel@bgn.de und ludger.stennes@bgn.de
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