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Eine für alle

Lichtschranken und Lichtgitter
Auch für große Öffnungen, z.B. für die Durchfahrt voller Paletten, beschreibt die EN 415-10 vielfältige Absicherungsmöglichkeiten. Beibehalten wurden die altbekannten Methoden mit 2- oder 3-strahligen Lichtschranken oder Lichtgitter. Um hier Lücken in der Absicherung zu vermeiden und ein Umgehen der Schutzeinrichtungen unmöglich zu machen, enthält die EN 415-10 genaue Angaben zur vertikalen Anordnung der Lichtstrahlen sowie zur Positionierung von Zäunen und Lichtschrankensäulen im Verhältnis zur Außenkante der Ladung.

Verringertes Quetschrisiko,
Lichtschranke etwas zurückgesetzt
Hierzu sind mehrere Konfigurationen illustriert. In der Vergangenheit hatten Lücken im Schutzsystem zu mehreren tödlichen Unfällen geführt (wir berichteten in akzente 2/14). Die dargestellten Abstände sind Maximalabstände. Sie berücksichtigen sowohl die Zugangsverhinderung als auch die Minimierung einer möglichen Quetschgefahr. Je geringer die Quetschgefahr durch die bewegte Ladung ist, desto weniger sollten die Maximalabstände ausgeschöpft werden. Das Quetschrisiko kann man durch geschicktes Positionieren der Lichtschranken weiter verringern. Dazu setzt man die Lichtschrankensäulen vom Ende des Zauns ein Stück zurück (siehe Grafik), so dass man mit dem Kopf die Gefahrstelle zwischen Palette und Säule nicht mehr erreichen kann. Bei erhöhtem Quetschrisiko wie z. B. an Arbeitsplätzen im Bereich des Produktdurchlasses gibt es ebenfalls Möglichkeiten, das Risiko zu reduzieren: z.B. mit auslenkbaren Lichtschranken, zusätzlichen Schaltleisten oder verriegelten seitlichen Pendeltüren.

Nicht geeignet sind reine Sicherheitslichtschrankenlösungen für Ladeeinheiten mit unterschiedlichen Konturen, z. B. unterschiedlich hohe oder breite Palettenladungen. Hier sind Zusatzmaßnahmen erforderlich: z. B. die Sicherung mit Laserscanner oder vergleichbaren Einrichtungen. Sie ermöglichen Schutzfelder einzustellen, so dass unterschiedlich geformtes Ladegut vom Menschen unterschieden wird.

Rolltore und Pendeltüren
Rolltor
Alle Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion haben einen großen Abstand zur Gefahrstelle, der wegen der Annäherungsgeschwindigkeit einzuhalten ist. Oft aber fehlt hierfür der Platz. Deshalb beschreibt die EN 415-10 für große Öffnungen als Alternative zu Lichtschrankenlösungen verriegelte Rolltore (Bild oben) oder Pendeltüren (Bild unten). Auch hier sind wie bei den Lichtschranken gegebenenfalls Zusatzmaßnahmen erforderlich. Die Pendeltüren können durch die Palette selbst betätigt werden. Hierzu werden sie in Palettenhöhe mit Keilen versehen, die Störungen durch Verhaken vermeiden. Damit die Türen auch rechtzeitig wieder schließen,
Pendeltür
bevor eine Person in den Gefahrbereich gelangen kann, wird üblicherweise Federkraft oder Pneumatik verwendet. Für die Überwachung und Steuerung gelten die gleichen Vorgaben wie beim Muting von Sicherheitslichtschranken (bestimmungsgemäße Überbrückung während der Durchlaufzeit des Produkts).

Es muss sichergestellt sein, dass hinreichend zwischen Ladung und Personen unterschieden werden kann. Vorteilhaft ist z. B., die Paletten- oder Produktposition sowie das Laufsignal der Fördereinrichtung auszuwerten. Analog zum Muting gilt auch hier eine Begrenzung der Durchlaufzeit. Wird diese Zeit überschritten, müssen die Gefahr bringenden Bewegungen sicher angehalten werden. Die Maschine darf dann nur durch einen bewussten Befehl wieder anlaufen. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass die mechanischen Schutzeinrichtungen mit der Fördereinrichtung oder angrenzenden Schutzeinrichtungen keine neuen Gefahrstellen bilden.
Alle mechanischen Systeme können auch mit Zuhaltungen versehen werden. Das ist besonders wichtig, wenn Maschinen vor dem Zutritt eine definierte Position einnehmen oder einen Takt zu Ende fahren sollen. Zu empfehlen ist, dass rund um eine Maschine möglichst gleichartige (trennende) Schutzeinrichtungen verwendet werden. Werden nämlich zugehaltene Zugangstür und berührungslos wirkende Schutzeinrichtung kombiniert, dann ist der (unerwünschte) Zugang über die Lichtschranke für den Bediener gegebenenfalls einfacher. Das kann zu undefinierten Maschinenzuständen und in der Folge auch zu Unfällen führen.