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Presseinformationen 2015

06. März 2015

Jährlich 59 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen

Psychische Belastungen: Unternehmen werden geprüft

Die psychischen Belastungen bei der Arbeit stehen im Fokus der Aufsichtspersonen der Länder und der gesetzlichen Unfallversicherung. Seit Beginn des Jahres bieten die dafür speziell qualifizierten Aufsichtspersonen bei ihren Betriebsbesichtigungen besondere Unterstützungen an: Zum Beispiel bei der Durchführung einer umfassenden Gefährdungsbeurteilung unter Einbeziehung psychischer Belastungen. Darauf macht die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe BGN aufmerksam.

Psychische und psychosomatische Erkrankungen nehmen seit Jahren zu. Etwa ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland leidet im Laufe des Lebens an einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung. Das wirkt sich nicht unerheblich auf die Erwerbstätigkeit aus: Jährlich werden bundesweit über 59 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund einer psychischen Erkrankung registriert. Psychisch bedingte Erwerbsminderungsrenten machen derzeit etwa 41 Prozent aller Rentenneuzugänge aus.

Arbeitsschutz ist gefordert
Psychische Störungen können zwar ganz verschiedene Ursachen, sowohl aus dem privaten als auch aus dem beruflichen Bereich, haben. Studien haben jedoch belegt, dass mit dem Wandel der Arbeitswelt psychische Belastungsfaktoren zunehmen, die wiederum zu psychischen und körperlichen Erkrankungen führen können. Nicht zuletzt aus diesem Grund fordert das Arbeitsschutzgesetz seit Ende 2013 explizit die Berücksichtigung der psychischen Belastungen in der Gefährdungsbeurteilung. Die Aufsichtsdienste der Länder und Unfallversicherungsträger haben mit der Überprüfung, inwiefern Unternehmen dieser Pflicht nachgehen, begonnen. In allen Betrieben, die besichtigt werden, findet eine Dokumentation des Ist-Zustands statt sowie bei Bedarf eine Beratung über die grundsätzlichen Erfordernisse im Umgang mit psychischen Belastungen. Neben der Gefährdungsbeurteilung stehen auch die Lage und Gestaltung der Arbeitszeiten sowie der betriebliche Umgang mit traumatisierenden Ereignissen im Fokus.

Das Arbeitsprogramm Psyche entwickelt unter anderem Informations- und Qualifizierungsmaßnahmen für betriebliche Akteurinnen und Akteure, darunter etwa Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Darüber hinausbereitet es konkrete Handlungshilfen auf, wie zum Beispiel die "Empfehlungen zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen".

Aktualisiertes Internetportal
Mit dem Start der Betriebsbesichtigungen hat das Arbeitsprogramm Psyche auch das Internetportal www.gda-psyche.de komplett aktualisiert und überarbeitet. Dort findet man alle relevanten Informationen zum Thema psychische Belastungen bei der Arbeit sowie entsprechende Handlungsempfehlungen.

Hintergrund: Das Arbeitsprogramm Psyche
Das Arbeitsprogramm "Schutz und Stärkung der Gesundheit bei arbeitsbedingten psychischen Belastungen" – kurz "Arbeitsprogramm Psyche" – ist eines von drei aktuellen Arbeitsprogrammen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA). Ziel ist es, bis zum Jahr 2018, die betrieblichen Akteurinnen und Akteure umfassend zum Thema psychische Belastungen bei der Arbeit zu informieren und zu qualifizieren.


Ansprechpartner für Fachfragen
Isabel Dienstbühl
Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe
Leiterin Geschäftsbereich Prävention
Telefon: 0621 4456-3400
isabel.dienstbuehl@bgn.de

Ansprechpartner für die Presse
Michael Wanhoff Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe Leiter Kommunikation/Pressesprecher
Dynamostraße 7-11
68165 Mannheim
presse-info@bgn.de
Telefon: 0621 4456-1573
Mobil: 0152 56770333

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