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BGN-Präventionspreis 2014 verliehen
BGN-Präventionspreis 2014 verliehen

BGN-Arbeitsschutztagung 2014

BGN-Präventionspreis verliehen

Alle zwei Jahre prämiert die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe Ideen und kreative Lösungen. Am Mittwoch, den 8. Oktober erhielten im Rahmen der BGN-Arbeitsschutztagung sieben Unternehmen den bundesweit anerkannten Preis mit dem Unternehmen ausgezeichnet werden, die besonders wegweisende, neuartige oder erfolgreiche Lösungen im Bereich der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes entwickelt und umgesetzt haben.



Die einzelnen Preisträger

Förderpreis für Auszubildende


Steinhaus GmbH

Den mit 3.000 Euro dotierten "Förderpreis für Auszubildende" erhielten die jungen Steinhaus-Mitarbeiter für die Analyse ergonomischer Probleme an Arbeitsplätzen und die daraus abgeleiteten Verbesserungsmaßnahmen. Die Azubis des Wurstwaren- und Pastaprodukte-Herstellers Steinhaus entwickelten aus den Analyseergebnissen praxisnahe Konzepte, etwa für den Einsatz spezieller Transport- und Hebehilfen im Verpackungsbereich oder zur Verbesserung von Arbeitstischen. Im Detail:

Technik statt Handarbeit
Mit Würsten beladene Stangen mit einem Gewicht von jeweils 14 kg mussten im Salami-Verpackungsbereich bisher per Hand vom Rauchwagen heruntergehoben werden. Die Stangen hängen zudem in einer Höhe von 1,88 m. In der Abteilung arbeiten ausschließlich Frauen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Die anfallende Tätigkeit beanspruchte insbesondere Rücken, Schultern, Arme und Beine. Um das Abhängen der Rauchwagenstangen von Hand zu vermeiden, wurde eine Hebevorrichtung angeschafft. Hiermit fährt man nun unter die Stange, um sie ohne körperlichen Aufwand herunternehmen zu können.

Neuen Arbeitstisch entwickelt
Die abgehängten Salamis werden auf einem Schneidetisch abgelegt, um die Metallclips an den Salami-Enden abzuschneiden. Am Tisch hatten früher lediglich zwei Frauen Platz. Die Salami-Enden wurden in Entsorgungsschlitze geschoben, die aber so schmal waren, dass die Clips häufig herunter fielen. Die Folgen: Häufiges Bücken der Mitarbeiterinnen, Verschmutzungen und erhöhte Rutschgefahr. Außerdem erhöhte ein Messerhalter, der unter der Arbeitsplatte befestigt war, das Verletzungsrisiko.

Die Auszubildenden ließen einen neuen und deutlich größeren Schneidetisch mit durchgängiger Kunststoffarbeitsplatte bauen. In der Mitte des Tisches wurden ca. 5 cm große Löcher ausgesägt, so dass die abgeschnittenen Wurstzipfel mit den Clips in die darunterliegenden Auffangbehälter fallen können. Das häufige Bücken und die Reinigungsarbeiten sind nicht mehr notwendig. Mit dem neuen Messerhalter erfolgt die Ablage von Messern deutlich sicherer.


















Kategorie Betriebliche Sicherheitstechnik


Adelholzener Alpenquellen GmbH

Für eine einfache, aber effiziente Konstruktion, die Verletzungen durch Glasscherben vorbeugt, erhielt die Adelholzener Alpenquellen GmbH den Präventionspreis. In dem Unternehmen hat man ein altes Problem der Getränkeindustrie einfach gelöst: Aussortierte Glasgetränkeflaschen werden in einen Scherbenwagen geworfen. Zersplittert eine Flasche dabei, können Scherben aus dem Wagen springen und Verletzungen verursachen. Bei Adelholzener jedoch nicht mehr. Die Öffnung der Scherbenwagen ist jetzt durch lange Kunststoffborsten abgedeckt. Die Flaschen können durch die Borsten hindurchgleiten. Sie können auch zerbersten, aber umherfliegende Scherben werden im Wagen gehalten. Eine einfache Konstruktion, die nebenbei auch die Lärmbelastung verringert, und ein guter Beitrag zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, befand die BGN.


















Meyermühle in Landshut

Für eine einfache, aber wirksame Maßnahme zur Verringerung von Sturzgefahren erhielt die Meyermühle in Landshut die Auszeichnung der BGN in der Kategorie "Betriebliche Sicherheitstechnik": Häufig müssen Mitarbeiter auf die in Mühlen, Mälzereien und Futtermittelbetrieben eingesetzten Silofahrzeuge klettern. Die Gefahr von Abstürzen ist dabei immer gegeben. Statt der üblichen Laufstege und Geländer an nur einer Seite des Fahrzeugs werden bei der Meyermühle in Landshut ab sofort alle Silo-LKW und Anhänger zu beiden Seiten mit Laufstegen und Geländern ausgerüstet. Die Geländer werden mittels Druckluft aufgestellt. Ist ein Geländer aufgerichtet, so ist technisch das Anfahren des Fahrzeugs verhindert.

Vor allem die Reinigungsarbeiten, bei denen man aus Unachtsamkeit gefährlich nahe an die bislang geländerlose Fahrzeugseite gelangen konnte, sind nun deutlich sicherer geworden. Unterstützt wird die Sicherheit durch eine Rutschhemmung der begehbaren Siloflächen.


















Kategorie Gesundheitsschutz und Ergonomie


Develey Senf & Feinkost GmbH

Für den Einsatz eines Vakuumsaughebers zur Palettierung von Gurkengläsern wurde die Develey Senf & Feinkost GmbH aus dem niederbayerischen Pfarrkirchen ausgezeichnet.

"Saure-Gurken-Zeit" bedeutet bei der Develey GmbH in Pfarrkirchen, dass bis zu 250 Tonnen Gurken am Tag verarbeitet und in Gläser gefüllt werden. Nicht immer können alle Prozesse der Produktion bis ins Letzte voll automatisiert werden. Regelmäßig mussten deshalb gefüllte und palettierte Gläser von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Hand wieder auf das Förderband gesetzt werden. Eine anstrengende und wegen auftretender Rückenprobleme und Gelenkschmerzen ungeliebte Tätigkeit. Mit organisatorischen Maßnahmen, zum Beispiel entsprechende Pausenregelungen, war den Problemen nicht beizukommen. Die Lösung brachte der Einsatz eines Vakuumsaughebers, der auf einen Gabelhubwagen montiert wurde. Mit einer großen Saugplatte gelingt es nun, ganze Palettenlagen auf einmal zu versetzen. Die Belastung bei den Hebe- und Umsetzarbeiten entfällt. Eine Verbesserung im Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, die auch zur Steigerung der Produktivität und damit zur Kostenreduzierung beiträgt.


















Hochwald Foods GmbH

Dass effiziente Maßnahmen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz nicht kompliziert oder teuer sein müssen, zeigt die Hochwald Foods GmbH in Thalfang. Ein selbstgebastelter Schalldämpfer für gerade einmal 20 Euro Materialkosten senkt die Lärmbelastung beim Reifenwechsel in der betriebseigenen Kfz-Werkstatt auf ein Minimum. Dafür wurde das Thalfanger Unternehmen nun ausgezeichnet.

Bei der Hochwald Foods GmbH betreibt man eine eigene LKW-Flotte. Rund 150 Mal pro Jahr steht ein Reifenwechsel an. Das Problem dabei: Beim Ablassen der Luft, was etwa 5 Minuten pro Reifen dauert, können Schalldruckpegel, also Lärmwerte von bis zu 110 dB(A) auftreten. Das ist mehr als unangenehm und liegt über den erlaubten Grenzwerten.

Ein Werkstattmitarbeiter hatte die richtige Idee: Er nahm einen Hochdruckschlauch, der zum Befüllen der LKW-Reifen genutzt wird, verband den Schlauch mit einem Aufschraubgewinde und montierte über ein Kupplungsstück einen handelsüblichen Schalldämpfer aus dem Pneumatikbereich. Der Schlauch mit dem Schalldämpfer wird unmittelbar nach Entfernen des Ventileinsatzes am Luftauslass des Reifens aufgesteckt.

Die Luft strömt nun durch den Schalldämpfer aus, wobei das Ablassen der Luft nur unwesentlich länger dauert. Der Effekt bei der Lärmminderung ist allerdings enorm: In unmittelbarer Nähe werden nur noch unkritische Werte zwischen 74 und 84 dB(A) erreicht. Die Materialkosten für diese höchst wirksame Maßnahme zur Lärmminderung belaufen sich auf weniger als 20 Euro.


















JT International Germany

Beim Tabakhersteller JT International Germany in Trier werden Materialien für die Produktion auf Paletten angeliefert. Die Palettenware ist mit Holzdeckeln abgedeckt, die bis zu einem halben Zentner wiegen können und heruntergehoben werden müssen - das geht auf Dauer ins Kreuz.

JT International ersetzt die gewichtigen Holzdeckel nun nach und nach durch sehr viel leichtere, aber ebenso stabile Pappdeckel. Eine preiswürdige Entlastung der Mitarbeiter, befand die BGN.


















Milupa GmbH

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz werden bei der Milupa GmbH im osthessischen Fulda groß geschrieben. Für seine "Emotional Safety Kampagne" erhielt das Unternehmen den Präventionspreis 2014.

Die "Emotional Safety Kampagne" ist ein Baustein des Betriebs, um das Thema Arbeitsschutz ständig präsent zu machen: Große Bilder von fröhlichen Kindern die Schutzausrüstung tragen, wurden an zahlreichen Stellen auf dem Werksgelände ausgehängt. Mit dem Slogan "Arbeitsschutz – betrifft nicht nur dich!" führen diese Bilder den besten Grund vor Augen, warum Arbeitsschutz so wichtig ist.

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