Risiko raus!
BG-Kampagne für sicheres Fahren und Transportieren
von Jörg Bergmann Akzente 3/2010 | Magazin für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und RehabilitationMehr Sicherheit im Straßenverkehr und beim innerbetrieblichen Transport und Verkehr - dazu will die neue Kampagne »Risiko raus!« von Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und landwirtschaftlicher Sozialversicherung motivieren. Die BGN berät ihre Mitgliedsbetriebe, wie sie das Thema sicheres Fahren und Transportieren intensivieren können, und unterstützt sie bei betrieblichen Sicherheitsaktionen.
Peter S. ist Gabelstaplerfahrer in einer Brauerei. Mit seinem 5-Tonnen-Stapler bringt er Vollgut von der Palettieranlage ins Lager oder er belädt die Lkws der Abholer. Das macht er routiniert und seit vielen Jahren. Jeder Handgriff sitzt. Peter S. fährt zügig, denn wenn der Betrieb brummt, bleibt keine Zeit zum Trödeln. Aber das ist kein Problem für ihn, denn er kennt ja seinen Stapler und seine Fahrwege. Dann eines Tages wird dieser Alltag jäh unterbrochen: Peter S. fährt voll beladen durch eine Tordurchfahrt, als er plötzlich aus den Augenwinkeln eine Bewegung sieht: Jemand kreuzt völlig unerwartet seinen Fahrweg. Peter S. kann nicht mehr reagieren: Der Fußgänger wird von der Last erfasst, umgefahren und unter die Gabeln des Staplers gezogen. Er stirbt noch an der Unfallstelle.
Schwere oder tödliche Unfälle beim innerbetrieblichen Transport sind leider keine Seltenheit. Im Jahr 2008 wurden bei den Unfallversicherungsträgern 227.539 Transportunfälle registriert, davon 146 mit tödlichem Ausgang. Mindestens genauso alarmierend sind die Zahlen der Unfälle auf Dienst- und Arbeitswegen. Hier gab es 2008 134.087 Unfälle und sogar 591 Tote. Diese Zahlen sind für die Berufsgenossenschaften, die Unfallkassen und für die landwirtschaftliche Sozialversicherung Anlass, die Präventionskampagne »Risiko raus!« ins Leben zu rufen.
Die Kampagne »Risiko raus!« will zu sicherem Fahren und Transportieren motivieren, sowohl im öffentlichen Straßenverkehr als auch beim innerbetrieblichen Transport und Verkehr. Angesprochen sind also alle, die am Straßenverkehr teilnehmen, aber auch alle Unternehmer und Mitarbeiter im Betrieb. Das wichtigste Ziel von »Risiko raus!« ist, das Unfallrisiko bei Fahr- und Transporttätigkeiten zu verringern. Dazu gibt es zwei Ansatzpunkte: die Verhältnisprävention und die Verhaltensprävention.

Worauf der Arbeitgeber Einfluss nehmen kann
Verhältnisprävention heißt: Durch Optimierung der Verhältnisse vor Ort die Voraussetzungen schaffen, damit das Fahren und Transportieren sicher vonstatten gehen kann. Für den betrieblichen Staplerverkehr z.B. umfasst Verhältnisprävention ganz unterschiedliche Aspekte. Dazu gehören u.a. einwandfreie Verkehrswege, gute Beleuchtung, ordnungsgemäß ausgerüstete und geprüfte Stapler, ausgebildete Fahrer. Auch die Arbeitsorganisation und die vorhandenen personellen Ressourcen sind Bestandteil der betrieblichen Verhältnisse und wirken sich entweder positiv oder negativ auf das Unfallgeschehen aus. Klar ist: Die Verhältnisprävention ist vor allem Aufgabe des Arbeitgebers.| AKTION FÜR WENIGER UNFÄLLE |
|---|
17.–19. Juni 2010, 9 bis 18 Uhr, Eintritt frei Fahrzeugsimulatoren, Fahrsicherheitstrainings, Shows und Mitmachaktionen, Quizspiele, Fahrradparcours: Die Kampagne »Risiko raus!« fährt bei ihrem Aktionstag in Dortmund einiges auf, um das Bewusstsein für Unfallrisiken zu schärfen und die eigene Verantwortung für sich und andere zu stärken. Außerdem auf dem Programm: Public Viewing der Spiele der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika, darunter Deutschland - Serbien. Die BGN ist in Dortmund vor Ort. Unsere Attraktionen: Mehr Infos zu den Aktionstagen: www.risiko-raus.de |
Sitemap
Fehlermelder
Kontakt 

