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Sicherer Lastentransport
Sicherer Lastentransport

Der Haken mit dem Haken

Seltener Fall vertikaler Lastentransport und wie man trotzdem sicher arbeitet

von Werner Fisi
Akzente 3/2011 | Magazin für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Rehabilitation

Lasten für Montagearbeiten in der Senkrechten mit einem Hebezeug oder Kran zu transportieren ist in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie kein alltäglicher Vorgang. Umso wichtiger ist es, die fehlende Routine durch genaue Planung und sicheres Handeln auszugleichen. Auch hier hilft die Gefährdungsbeurteilung.


Bei Montagearbeiten in einer Mühle muss eine Walze mit einem Flaschenzug in ein oberes Stockwerk gehoben werden. Zwei Mitarbeiter befestigen die Walze an der Kette des Flaschenzugs. Durch Fehler beim Anschlagen gerät die Last ins Pendeln. Dadurch hebt die Kette des Flaschenzugs in der Luke ein Bodenelement aus der Halterung. Das schwere Stahlblech fällt aus dem darüberliegenden Stockwerk herunter und verletzt einen Mitarbeiter schwer.
Montagearbeiten, bei denen schwere Teile wie Motoren, Wellen oder Walzen in der Senkrechten mit einem Hebezeug oder Kran transportiert werden müssen, sind im Nahrungsmittelbetrieb nichts Alltägliches. Manchmal vergehen Jahre, ohne dass eine solche Aktion erforderlich ist. Aus diesem Grund fehlt bei den damit verbundenen Tätigkeiten die Routine. Außerdem: Solche Arbeiten finden oft unter Zeitdruck statt. Gepaart mit Stress führt das leicht zu fehlerhaftem Handeln. Deshalb ist es sinnvoll, die möglichen Gefährdungen einer solchen Transportaktion im Vorfeld zu ermitteln, zu beurteilen und Maßnahmen festzulegen, die helfen, Unfälle zu verhindern.

BGR 500 »Betreiben von Arbeitsmitteln«, hier Kapitel 2. 8: »Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb«, über www.bgn.de, Shortlink = 1044
Gefährdungen
In BGN-Mitgliedsbetrieben wie Mühlen und Futtermittelwerken müssen Lasten meist innerhalb des Gebäudes über ein oder mehrere Stockwerke hinweg transportiert werden. Schon das Öffnen der Bodenluken, durch die die Lasten gehoben werden müssen, birgt eine Reihe von Gefahren. Oft müssen schwere Türen oder Stahlbleche angehoben werden. Hierbei bestehen erhebliche Quetschgefahren und vor allem Absturzgefahr aus einer Höhe, die mindestens ein Stockwerk umfasst. Die größte Gefahr geht jedoch von der zu transportierenden Last aus. Sie kann pendeln, kippen oder im schlimmsten Fall herunterfallen und zu schweren Personen- und Sachschäden führen.

Maßnahmen
  • Beim Lastentransport über mehrere Stockwerke müssen an den Bodenluken Absturzsicherungen vorhanden sein.
  • Bei Arbeiten an der offenen Luke Sicherheitsgurt tragen und auch einhängen.
  • Nur geprüfte Hebezeuge, Krane und Anschlagmittel einsetzen.
  • Dafür sorgen, dass die Last sicher am Haken des Hebezeugs/Krans befestigt, also sicher angeschlagen wird. Auf richtiges Verhalten beim Anheben und Absetzen der Last achten.
  • Nur unterwiesene Mitarbeiter mit dem Anschlagen von Lasten beauftragen. Bei der Unterweisung müssen folgende Kenntnisse vermittelt werden:
    • Abschätzen des Gewichts und der Schwerpunktlage der Last
    • Auswahl geeigneter Anschlagmittel
    • Vermeidung von Schäden an Anschlagmitteln und richtige Aufbewahrung von Anschlagmitteln
    • Verhalten beim Anschlagen, Anheben sowie beim Absetzen und Lösen der Anschlagmittel

CHECKLISTE

  • Kann das Lastgewicht ermittelt werden?
  • Wird die Schwerpunktlage der Last richtig eingeschätzt?
  • Ist die Tragfähigkeit der Anschlagmittel bekannt?
  • Sind die Mitarbeiter im sicheren Verhalten beim Anschlagen, Anheben, Absetzen der Last sowie beim Lösen der Anschlagmittel unterwiesen?
  • Wird alles unternommen, um Schäden an den Anschlagmitteln zu vermeiden?
  • Werden die Anschlagmittel regelmäßig geprüft?

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