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Elektrische Altgeräte - noch zulässig?

Verwendung noch erlaubt?

Eine Frage, die Betreiber elektrischer Altgeräte in staubexplosionsgefährdeten Bereichen klären müssen

von Manuel Gehrke
Akzente 1/2013 | Magazin für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Rehabilitation

Sind die älteren elektrischen Betriebsmittel in den staubexplosionsgefährdeten Bereichen Ihres Unternehmens noch zulässig? Vielen Unternehmen ist nicht bewusst, dass sie diese Frage geklärt haben müssen – um beim Brand- und Explosionsschutz sowie beim rechtskonformen Betrieb der Anlagen auf der sicheren Seite zu sein. Allerdings ist die Beantwortung dieser Frage nicht immer einfach und in manchen Fällen nur von Fachleuten zu leisten. Die Explosionsschutzexperten der BGN helfen den Betrieben gerne weiter.


Wieso austauschen? Der Melder hat doch die Kennzeichnung IP65 und sitzt in einer Zone 21." Immer wieder stoßen die Aufsichtspersonen der BGN in Betrieben auf Unverständnis oder mangelndes Problembewusstsein, wenn es um den Explosionsschutz bei älteren elektrischen Betriebsmitteln, sogenannten Altgeräten, in staubexplosionsgefährdeten Bereichen (Zonen) geht.
Das liegt zum einen daran, dass die Kriterien für den zulässigen Weiterbetrieb elektrischer Altgeräte komplex sind und vom Zeitpunkt der ersten Inbetriebnahme abhängen. Zum anderen liegt es daran, dass man sich in vielen Betrieben keine Gedanken darüber macht, ob der Betrieb solcher Altgeräte in staubexplosionsgefährdeten Bereichen überhaupt noch zulässig ist. Das aber muss der Betreiber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung und der Erstellung des vorgeschriebenen Explosionsschutzdokuments zwingend ermitteln und bewerten.

Altgeräte und die Rechtsgrundlagen
Bei elektrischen Betriebsmitteln gelten als Altgeräte solche elektrische Geräte und Anlagen, die vor dem 01.01.2003, dem Stichtag der Betriebssicherheitsverordnung (§27 Abs.2 BetrSichV), erstmalig in Betrieb genommen wurden. Auch für sie gilt die Anforderung der BetrSichV, dass Betriebsmittel in explosionsgefährdeten Bereichen sicher verwendet werden können müssen (Anhang4 Teil A Nr.3.2). Was dies im Einzelnen bei den Altgeräten bedeutet, ist in einer Reihe von Vorschriften konkretisiert. Sie sind zwar heute formal nicht mehr gültig, dennoch müssen sie bei der Bewertung solcher Altgeräte im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung noch herangezogen werden:
  • Verordnung über elektrische Anlagen in explosionsgefährdeten Räumen (ElexV), verschiedene Versionen je nach Zeitpunkt der ersten Inbetriebnahme
  • dazugehörige Normen wie z.B. die VDE 0165
  • die für Hersteller wesentliche Explosionsschutzverordnung, je nach Zeitpunkt der ersten Inbetriebnahme 11. GSGV bzw. 11. GPSGV, jetzt 11. ProdSV (= Richtlinie 94/9/EG).

Dipl.-Ing. Manuel Gehrke ist Mitarbeiter des BGN-Zentrallabors im Bereich Brand- und Explosionsschutz.