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Gerhard Blaufelder und sein Fasswagen
Gerhard Blaufelder und sein Fasswagen

Der Blaufelder-Wagen

Gerhard Blaufelder entwickelt einen Fasswagen zum Transport schwerer Maischefässer in seiner Brennerei und erhält dafür einen BGN-Präventionspreis

von Elfi Braun
Akzente 2/2013 | Magazin für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Rehabilitation

Not macht erfinderisch. Und echte Not hatten Gerhard, Hanne und Katrin Blaufelder in ihrer Brennerei im fränkischen Wilhelmsdorf jedes Mal, wenn sie schwere Maischefässer mit einer Sackkarre transportieren mussten. Das war mühsam und rückenbelastend. Und weil sie kein passendes alternatives Transportmittel fanden, entwickelte Gerhard Blaufelder schließlich selbst eine Lösung. Die BGN zeichnete sie mit einem ihrer Präventionspreise 2012 aus.


Wenn Gerhard Blaufelder heute die 220-Liter-Maischefässer mit seinem Spezialwagen vom Hof der Brennerei in den Fassraum rollt, ist er ganz entspannt. Er erinnert sich aber noch gut daran, wie es war, als er den Wagen noch nicht im Einsatz hatte.
Er erzählt: "Früher haben wir für den Transport der Maischefässer eine Sackkarre benutzt. Es war jedes Mal eine Riesenanstrengung, ein volles 220-Liter-Fass vor dem Abtransport auf der Sackkarre in die Schräglage zu bringen. Bis das Fass endlich leicht kippt, hat man sich regelrecht das Kreuz ausgehoben. Manchmal mussten meine Frau und ich zusammen an dem Fass zerren."
Eine weitere Belastung war der Transport selbst, bei dem die Ladung weiterhin leicht gekippt gehalten werden musste. Hanne Blaufelder: "Auch das ging ganz schön in Arme und Rücken." Und sie ergänzt: "Oft sind die Fassdeckel nicht mehr ganz dicht. Früher schwappte dann schon mal Maische aus den schräg sitzenden Fässern heraus und lief in unsere Schuhe."

Keine passende Lösung auf dem Markt
Gründe genug, um sich nach einem leichter zu handhabenden Transportmittel umzusehen. Das Familienteam war sich einig: Das rückenbelastende, mühsame und manchmal gefährliche Hantieren mit den schweren Maischefässern musste dringend durch eine rückenschonende und kraftsparende Lösung ersetzt werden. Gerhard Blaufelder hatte genaue Vorstellungen, wie die neue erleichternde Transporthilfe beschaffen sein musste. Sie sollte die Fässer aufnehmen, ohne sie kippen zu müssen. Und die Fässer sollten damit senkrecht stehend transportiert werden.
Naheliegend war ein Gabelhubwagen. Gerhard Blaufelder hatte immer wieder nach einem passenden Hubwagen gesucht. Allerdings ohne Erfolg. Alle handelsüblichen Hubwagen eigneten sich nicht, um die in Form und Größe sehr unterschiedlichen Maischefässer sicher zu transportieren. Und ein Gabelstapler kam aufgrund der engen räumlichen Gegebenheiten in der Brennerei auch nicht in Frage. Das Transportmittel, das Gerhard Blaufelder vorschwebte, musste wohl erst noch erfunden werden.

Gerhard Blaufeleder und sein Fasswagen
Zwischen 120 und 220 kg wiegen die Maischefässer, die die Blaufelders vom Hof
in den Fassraum schaffen müssen.