BGN Berufsgenossenschaft Nahrungs­mittel und Gastgewerbe
Hände richtig waschen

Persönliche Schutzausrüstung/Mund-Nase-Bedeckung

zurück zur Übersicht

Persönliche Schutzausrüstung/Mund-Nase-Bedeckung

In dem Info-Blatt „Maßnahmen bei Tätigkeiten mit Kundenkontakt“ inden Sie die wichtigsten Maßnahmen aus Sicht der Berufsgenossenschaft, wie Sie einen sicheren Kundenkontakt gewährleisten. 
Nach wie vor ist die wichtigste Maßnahme der ausreichende Abstand von mind. 1,5 m, alternativ eine bauliche Abtrennung, z. B. eine Plexiglaswand sowie die konsequente Einhaltung der allgemeinen Hygienemaßnahmen (Händewaschen und -desinfektion, Hust- und Niesetikette). Aus Sicht der BGN ist das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung nur dann erforderlich, wenn die zwei genannten Maßnahmen nicht umgesetzt sind.
Genaueres entnehmen Sie bitte den angehängten Informationsblättern.

Es kann allerdings sein, dass das zuständige Gesundheitsamt oder Ordnungsamt auch vom Verkaufspersonal das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen fordert, dann ist diese Anordnung rechtlich wirksam und zu befolgen.

Weitere Infos:

Ergänzung zur Gefährdungsbeurteilung im Sinne des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards Branche: Gastgewerbe
PDF-Datei

Maßnahmen bei Tätigkeiten mit Kundenkontakt
Info-Blatt
PDF-Datei

Kundeninformation für Bedientheken
PDF-Datei

Eine gute Händehygiene, Einhalten von Husten- und Niesregeln und das Abstandhalten (mindestens 1,5 Meter), sowie technische Abgrenzungen sind die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu schützen. Sind diese Maßnahmen nicht zuverlässig umsetzbar, ist eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Die Gleichwertigkeit von MNB und sog. Face Shields werden aktuell in der Fachwelt kontrovers diskutiert und untersucht.
Kommt der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu dem Schluss, dass durch das Tragen der MNB Beschäftigte an Arbeitsplätzen einer erhöhten Belastung (z.B. in der Küche oder Backstube) ausgesetzt sind, oder andere relevante Gründe wie z.B. die Lebensmittelhygiene, erschwerte Kommunikation mit Kunden und Mitarbeitern (z.B. Gehörlose) vorliegen, kann im Einzelfall ein geeigneter Vollgesichtsschutz getragen werden. Dieser hat das Gesicht vollumfänglich zu bedecken. Wird ein solcher Gesichtsschutz verwendet, so muss dieser für jeden Beschäftigten einzeln (personenbezogen) bereitgestellt werden. Die Reinigung der PSA und die hygienegerechte Auf¬bewahrung ist sicherzustellen.

Es kann allerdings sein, dass das zuständige Gesundheitsamt oder Ordnungsamt auch vom Personal das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen fordert, dann ist diese Anordnung rechtlich wirksam und zu befolgen.

Grundsätzlich müssen Sie immer zuerst technische (T), dann organisatorische (O) und erst zuletzt personenbezogene (P) Maßnahmen, zu denen das Tragen von Einmalhandschuhen gehört, festlegen und durchführen.

Das Tragen von Einmalhandschuhen z.B. im Kassenbereich ist bei konsequenter Händehygiene nicht notwendig und vermittelt möglicherweise ein Sicherheitsgefühl, das diese nur bei konsequenter und fachgerechter Anwendung erfüllen können. Die Voraussetzungen für einen fachgerechten und wirksamen Einsatz von Handschuhen sind: Ein Hautschutz- und Händehygieneplan ist zu erstellen und die Mitarbeiter sind in die hygienische Handhabung der Handschuhe, insbesondere beim Ausziehen der Handschuhe, zu unterweisen. Da während der Benutzung Einmalhandschuhe genauso verschmutzt und kontaminiert werden wie eine unbedeckte Hand, ist trotzdem eine konsequente Händehygiene erforderlich. Auch hier gilt: nicht ins Gesicht fassen, Hygieneregeln und Hustenetikette beachten, Einmal-Handschuhe in kurzen Abständen, spätestens bei Verschmutzung wechseln, nach dem Ausziehen der Handschuhe Hände desinfizieren. Längeres Handschuhtragen und häufiges Händewaschen und/oder Desinfizieren, ist gleichbedeutend mit Feuchtarbeit. Häufige und lange Feuchtarbeit belastet die Haut und kann Hautkrankheiten verursachen. Ab 2 Stunden kumulierter Feuchtarbeit ist dem Beschäftigten eine arbeitsmedizinische Vorsorge anzubieten.

Für den Erreger SARS-CoV-2 wird davon ausgegangen, dass die Übertragung hauptsächlich als Tröpfcheninfektion stattfindet. Die sogenannte Kontakt- oder Schmierinfektion, bei der Erreger nach Kontakt mit kontaminierten Flächen usw. über die Hände in Eintrittspforten wie Mund, Nase, Augen gelangen, spielt demgegenüber eine untergeordnete Rolle. Diesem denkbaren Infektionsweg kann durch Beachtung der Händehygiene und ggf. Händedesinfektion effektiv entgegengewirkt werden. Handschuhe können ein falsches Sicherheitsgefühl erwecken. Während der Benutzung werden sie genauso kontaminiert, wie eine unbedeckte Hand. Das Tragen von Handschuhen bewirkt daher in Hinblick auf die Weitergabe von Keimen mit den Händen keine Verbesserung.

Sollen dennoch Einweghandschuhe zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise weil weder eine Waschgelegenheit noch Händedesinfektionsmittel genutzt werden können, so sind diese so zu benutzen, dass hiervon nicht die Gefahr einer unbeabsichtigten Keimverschleppung ausgeht.* Werden flüssigkeitsdichte Handschuhe getragen, so bildet sich ein Feuchtigkeitsstau, was wiederum leicht zu Hautproblemen führen kann (z. B. trockene Haut, Juckreiz, Rötung). Die Verwendung von Unterzieh-Baumwollhandschuhen sowie häufige Handschuhwechsel werden empfohlen. Über die Verwendung der Handschuhe sind die Beschäftigten zu unterweisen.

Bei Reinigungsarbeiten, z. B. mit Flächendesinfektionsmitteln, kann die Anwendung von Schutzhandschuhen erforderlich sein, hier sind die Herstellerangaben zu beachten.

Sowohl häufiges Waschen, als auch Händedesinfektion und Tragen von Handschuhen strapazieren die Haut. Hautschutz und Pflege müssen dementsprechend angepasst werden.

* Die Hände sind anschließend zu waschen bzw. zu desinfizieren, siehe entsprechende Hinweise des Robert-Koch-Instituts:
Schutzhandschuhe sicher ausziehen
Externer Link

Für Arbeitsplätze, an denen bereits ein Hautschutzplan aufgrund von Hautgefährdungen oder Hygienevorschriften vorhanden ist, sind die dort festgelegten Maßnahmen weiterhin zu beachten und keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich.

Für Personen, die sonst keine Tätigkeiten mit erhöhter Hautbelastung ausüben, z.B. Kassenkräfte, Bürokräfte, Personen an der Information, Rezeption kann sich infolge der zusätzlichen Hygienemaßnahmen der Pflegebedarf der Hände erhöhen. Häufiges Händewaschen, die Händedesinfektion und das Tragen von Handschuhen belasten die Haut. Die konsequente Anwendung von Hautpflegemitteln zur Regeneration der Hautbarriere und Vermeidung von Hautveränderungen ist deshalb sehr wichtig.

Die Anwendung von Hautpflegemitteln ist hier, insbesondere nach Arbeitsende, besonders wichtig. Hautpflegemittel unterstützen die Regenerationsfähigkeit der Haut. Für das Eincremen nach der Arbeit und in der Freizeit sind fetthaltige Cremes zu empfehlen, um der Haut ausgewaschene Fette und Feuchtigkeit zurückzugeben.
Empfohlen wird die Anwendung duftstofffreier Produkte. Der Nutzen von Pflegemaßnahmen ist sehr hoch einzuschätzen.

Üblicherweise werden Hautpflegemittel während längeren Pausen und nach Arbeitsende aufgetragen.  Sie können aber auch zwischendurch, z.B. nach dem Händewaschen, angewendet werden.

Tipp: Beim Eincremen an Fingerkuppen, Nagelfalz und Fingerzwischenräume denken!

Werden Einmalhandschuhe verwendet, ist folgendes zu beachten:

  • Handschuhe möglichst wechseln, wenn sie innen feucht sind. Eventuell Baumwollhandschuhe unterziehen (ebenfalls rechtzeitig wechseln)

  • Nach der Benutzung Hautpflegemittel auftragen

Die Anwendung von Hautschutz- oder Hautpflegemitteln unter Einmalhandschuhen wird nicht empfohlen, da für eine Schutzwirkung (Verringerung der Hautquellung, bzw. des Schwitzens) bisher keine überzeugenden Wirksamkeitsnachweise vorliegen. Zudem kann je nach Zubereitungsform das Aufquellen der Haut unter dem Handschuh und das Herauslösen von Handschuhinhaltsstoffen gefördert werden.

TAD-Hotline

0621 4456 - 3517

tad_bb_praevention@bgn.de tad_bb_praevention@bgn.de

Corona-Pandemie

BGN-Handlungshilfen für Betriebe

Maßnahmenpläne, Gefährdungs­analysen, Kunden­informationen

weiterlesen
Plakate und Medien

SARS-CoV-2

Plakate und Medien rund um das Coronavirus
(Link zur DGUV)

weiterlesen
Infografiken

Infektionen vorbeugen

Infektionen vorbeugen: Die 10 wichtigsten Hygienetipps

weiterlesen