BGN Berufsgenossenschaft Nahrungs­mittel und Gastgewerbe
Ein Journalist recherchiert an seinem Schreibtisch

Sturzunfälle: Häufig und teuer

20. März 2018

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Berufsgenossenschaft warnt vor Gefahrenschwerpunkt Bodenbelag

2016 waren rund ein Drittel (ca. 24.000) aller Arbeitsunfälle in den BGN-Mitgliedsunternehmen Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle. Die Kosten für die Entschädigung eines solchen Unfalls sind kein Pappenstiel. Nicht selten bewegen sie sich im sechsstelligen Bereich. Hinzu kommen die wirtschaftlichen Einbußen in den Unternehmen durch Personalausfall, Störungen im Betriebsablauf oder notwendige Ersatzkräfte.

Zahlreiche Faktoren spielen alleine oder in Kombination eine Rolle. Ganz vorne mit dabei sind beschädigte oder ungeeignete Bodenbeläge, verschmutzte Fußböden und untaugliches Schuhwerk. Nicht außer Acht gelassen werden dürfen aber auch Hektik, Stress und in der Folge mangelnde Aufmerksamkeit. Erste Wahl bei der Prävention ist eine Gefährdungsbeurteilung, in die alle Faktoren einfließen.

Relevante Gefährdungsfaktoren verringern

Rutschhemmend, leicht zu reinigen und eben – das sind die wesentlichen Anforderungen an Bodenbeläge in Gewerbebetrieben. Die Rutschhemmung ist eine messbare Größe. Dabei ist der Grad der Rutschhemmung in so genannten Bewertungsgruppen definiert. Eine gute Unterstützung zur genaueren Einordnung ist die BGN-Arbeitssicherheitsinformation ASi 4.40 "Unfallsichere Gestaltung von Fußböden". Sie gibt in Tabellen auch Aufschluss über die erforderliche Einstufung unterschiedlicher Arbeitsbereiche.

Ganz wichtig, um die rutschhemmende Wirkung des Bodenbelags dauerhaft zu erhalten, ist die richtige Pflege des Bodenbelags. Ausschlaggebend dabei ist das geeignete Reinigungsmittel, das zudem genau dosiert werden muss.

Dass Fußböden keine Stolperstellen haben dürfen, versteht sich von selbst. Beschädigte Böden und Beläge, also zum Beispiel aufstehende oder gebrochene Fliesen, sollten schnell repariert, durchgetretene Gitterroste sofort Instand gesetzt werden. Absätze und Ausgleichsstufen, wenn sie sich schon nicht vermeiden lassen, müssen deutlich markiert werden (gelb-schwarz gesteift). Fußmatten, Läufer und Teppiche dürfen nicht wegrutschen oder Wellen schlagen, ihre Ränder nicht hochstehen.

Geeignete Schuhe
Arbeitsschuhe sollen rutschfeste Sohlen haben und den Fuß festen Halt bieten. Bequem müssen sie auch sein, denn schlechtsitzende oder unbequeme Schuhe sind auf Dauer nicht nur eine Qual – gestresste Füße sind auch anfällig für Fehltritte.

Die typischen Fallen:

  • nasse, rutschige und verschmutzte Böden;
  • zu glatte Bodenbeläge;
  • lockere Fliesen, wackelnde Gitterroste;
  • Fußmatten und Teppiche mit aufstehenden Ecken und Rändern;
  • herumliegende oder im Weg stehende Gegenstände (Kabel, Kisten, Eimer);
  • vorstehende Schubladen;
  • schlechte Beleuchtung, speziell an Treppen, Stufen, Fluren und in Abstellräumen;
  • fehlende Geländer und Haltegriffe;
  • ungeeignetes Schuhwerk;
  • Hektik, Stress, Unachtsamkeit.

Hilfreiche Informationen
Uwe Janoske: "Viele und teure Sturzunfälle" in BGN-Akzente 6/2017 (www.bgn.de)
BGN-Arbeitssicherheitsinformation ASi 4.40 "Unfallsichere Gestaltung von Fußböden"
ASi 9.50 "Vermeidung von Sturzgefahren"
ASR A1.5/1,2 Fußböden (Technische Regel für Arbeitsstätten)
Technische Telefonhotline der BGN: 0621 4456 3517

Ansprechpartner für Fachfragen:
Uwe Janoske
Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe
Sicherheit und Betriebsbetreuung
uwe.janoske@bgn.de
0621 4456-3476

Ihr Ansprechpartner:

0621 4456-1285

Michael Wanhoff
Pressesprecher

michael.wanhoff@bgn.de

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