25.07.2017, 08:47 Uhr » Home » Medien » Fachartikel
Brandschutz bei der Firma Bunge Deutschland

Brandschutz wird hier großgeschrieben

Bunge Deutschland setzt auf eine systematische und lückenlose Brandschutzorganisation und moderne technische Ausstattung
Von Elfi Braun
Akzente 3.2017 | Magazin für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Rehabilitation

2010 zerstörte ein Großbrand bei Bunge Deutschland das Herzstück der traditionsreichen Mannheimer Ölmühle: die Presserei. Daraufhin stand die gesamte Produktion 18 Monate still. Dank einer lückenlos funktionierenden Brandschutzorganisation sowie schneller Evakuierung und Brandbekämpfung durch die eigene Werkfeuerwehr und die Mannheimer Feuerwehr wurde niemand verletzt. Schon damals war Bunge Deutschland in Sachen Brandschutz gut aufgestellt. Der heutige Brandschutz ist vorbildlich und auf dem neusten Stand.


Nach dem Großbrand der Presserei und dem damit verbundenen Stillstand des gesamten Werkes war zunächst nicht klar, wie es mit dem Bunge-Werk in Mannheim weitergeht. Sehr schnell aber entschied die Konzernspitze in den USA, den verkehrstechnisch günstigen, auch per Schiff erreichbaren Standort zu erhalten. Das alte, stark beschädigte Presserei-Backsteingebäude von 1904 musste aufgrund der Auswirkungen des Brandschadens abgerissen werden. Eine neue Presserei wurde errichtet. Holger Grosse, Sicherheitsfachkraft, Brandschutzbeauftragter und Leiter der Werkfeuerwehr bei Bunge, erzählt: „In Sachen Brandschutz ist die heutige Presserei auf dem neusten Stand. Sie verfügt über zwei baulich und technisch komplett autonome Produktionslinien, die durch schwere Brandschutztore getrennt sind. Bei Brandalarm schließen diese Tore automatisch und trennen die beiden Produktionsbereiche. Bricht in einer Linie ein Feuer aus, kann der Betrieb in der zweiten weiterlaufen.“
Das ganze Gebäude ist mit einer vollautomatischen Sprinkleranlage ausgestattet. Diese ist mit verschiedenen Kreisläufen und Versorgungseinheiten mehrfach gesichert, damit der Wasserfluss in jedem Fall funktioniert. Zusätzlich sind an kritischen Punkten Löschdampfdüsen in den Maschinen verbaut. Technischer Brandschutz auf hohem Niveau.

Besonders: die 64 Mann starke Werkfeuerwehr
Wasserentnahmestelle
Schon immer waren in der Ölmühle die Brandschutzanforderungen aufgrund der Brandrisiken sehr hoch. Holger Grosse erläutert: „Heißes Öl, Staub und der Einsatz von leichtentzündlichem Hexan zur Extraktion von Ölen ergeben ein Gefährdungspotenzial, das ein vielschichtiges und anspruchsvolles Brandschutzkonzept erfordert. Dass wir eine eigene Werkfeuerwehr haben – übrigens schon seit 1936 –, gehört zu den behördlichen Auflagen.“ 64 der 210 Bunge-Mitarbeiter sind ausgebildete Feuerwehrleute sowie ausgebildete Ersthelfer und stellen die Bunge-Werkfeuerwehr. Holger Grosse: „Diese Zahl klingt im ersten Moment viel. Aber wir müssen ja auch sicherstellen, dass an 365 Tagen im Jahr über 24 Stunden immer mindestens sechs Feuerwehrleute auf dem Betriebsgelände anwesend sind.“ Beim Betreten des Betriebs registrieren sich die Mitarbeiter-Feuerwehrleute an der Pforte und erhalten ihren Funkmeldeempfänger. Holger Grosse wacht darüber, dass es beim Ein- und Auschecken nicht zu Versäumnissen kommt.

Bild rechts oben: Über das gesamte Werksgelände sind 29 Wasserentnahmestellen verteilt, die über eine Pumpanlage mit Rheinwasser versorgt und jährlich geprüft werden. Sie liefern jeweils das Vierfache der üblichen Löschwassermenge.