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Handschuhe oder nicht Handschuhe?
Handschuhe oder nicht Handschuhe?

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Newsletter 1|2016

Das ist hier eine Frage der Notwendigkeit

Handschuhe oder nicht Handschuhe?

Die Antwort: Als persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit hautgefährdenden Substanzen wie Reinigungs- und Desinfektionsmittel ja, zum Produktschutz nein. Es gibt keine lebensmittelrechtlichen Vorschriften, die das Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe generell verlangen. Die Lebensmittelhygiene-Verordnung besagt lediglich, dass Personen, die in einem Bereich arbeiten, in dem mit Lebensmitteln umgegangen wird, ein hohes Maß an persönlicher Sauberkeit halten müssen.


Jeder kennt das: In Gummi, Nitriloder Plastikhandschuhen fangen die Hände mit der Zeit an zu schwitzen. Wer die Handschuhe jetzt nicht schnell wechselt und die Hände trocknet, setzt die Haut an den Händen ihrem größten Widersacher aus: der Feuchtigkeit. Dr. Anna Maria Schweiger, Fachärztin für Arbeitsmedizin bei der BGN, erklärt: "Feuchtigkeit ist mit Abstand die häufigste Hautgefährdung. Das Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe schädigt auf Dauer die Haut und kann zu Hauterkrankungen führen. Schutzhandschuhe sollten deshalb nur zum Einsatz kommen, wenn es unbedingt notwendig ist."

GUT ZU WISSEN

  • Feuchtarbeit ist mit Abstand die häufigste Hautgefährdung.
  • Das Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe ist Feuchtarbeit.
  • Bei Feuchtarbeit von regelmäßig mehr als 2 Stunden am Tag müssen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern eine arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten. Bei 4 Stunden Feuchtarbeit und mehr am Tag ist arbeitsmedizinische Vorsorge Pflicht.


Beim Umgang mit hautgefährdenden Reinigungsmitteln sind Handschuhe ein Muss.
Hygienisch geht auch ohne Handschuhe. Hier achtet man streng auf die Sauberkeit der Hände.


Handschuhe als persönliche Schutzausrüstung: ja
Eine Notwendigkeit für das Tragen flüssigkeitsdichter Schutzhandschuhe sieht die BGN-Arbeitsmedizinerin bei
  • Arbeiten mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sowie mit Chemikalien, z.B. Reinigen mit Spezialreinigern (in der Regel Schutzhandschuhe Kategorie 3) und bei
  • Arbeiten mit einfachen Reinigungsmitteln, z.B. Geschirrspülen (in der Regel reicht Schutzhandschuh Kategorie 2).
Dr. Schweiger: "Bei diesen Arbeiten schützen die flüssigkeitsdichten Handschuhe gegen hautschädigende Substanzen. Diese sind für die Haut gefährlicher als Feuchtigkeit, deshalb muss man Schutzhandschuhe tragen. Allerdings nur so kurz wie möglich und nur während der hautgefährdenden Tätigkeit."

Handschuhe zum Produktschutz: nein
Flüssigkeitsdichte Einweghandschuhe an der Brotund Kuchentheke zu tragen, hält die BGN für wenig sinnvoll. Dr. Schweiger: "Es wurde nachgewiesen, dass das Tragen von Handschuhen keine hygienischen Vorteile bringt. Und es gibt auch keine lebensmittelrechtlichen Vorschriften, die das generell verlangen."
Gesünder für das Verkaufspersonal ist es, auf die Handschuhe zu verzichten. Wegen der Feuchtigkeitsbelastung im Handschuh. Die BGN rät stattdessen zu einer Reihe betrieblicher und persönlicher Hygienemaßnahmen. Konkret: Das Verkaufspersonal
  • achtet streng auf die Sauberkeit der Hände,
  • benutzt Hilfsmittel wie Gabeln, Folien usw., um die Ware zu greifen,
  • wird regelmäßig über den hygienisch sicheren Umgang mit der Ware geschult.
Dr. Schweiger: "Mit den genannten Maßnahmen, an denen Unternehmer selbst das größte Interesse haben, bedeutet der Verzicht auf Handschuhe keinerlei Einbußen an Hygiene und Produktqualität. Für die Menschen hinter der Theke bedeutet die Arbeit ohne Handschuhe ein deutliches Plus an Gesundheit."

SCHUTZHANDSCHUHE RICHTIG BENUTZEN

    Was Arbeitgeber wissen sollten:
  • Jeder Mitarbeiter erhält eigene Schutzhandschuhe.
  • Schutzhandschuhe müssen eine CE-Kennzeichnung haben.
  • Schutzhandschuhe müssen passen (erhöht Trageakzeptanz, verringert Unfallgefahr), also auf richtige Handschuhgröße und Form achten.
  • Für eine bessere Schweißaufnahme sollten passende Unterziehhandschuhe aus Baumwolle bereitgestellt werden.

  • Was Mitarbeiter wissen sollten:
  • Schutzhandschuhe nur so kurz wie möglich tragen – und nur während der hautgefährdenden Tätigkeit.
  • Handschuhe rechtzeitig wechseln, um Nässebildung auf der Haut zu vermeiden. Gilt auch für Baumwoll-Unterziehhandschuhe.
  • Defekte Schutzhandschuhe nicht mehr verwenden.
  • Mehrfach verwendbare Schutzhandschuhe vor dem Ausziehen unter fließendem Wasser reinigen und zumTrocknen aufhängen.
  • Einmal-Schutzhandschuhe nicht wieder verwenden.
  • Schutzhandschuhe nur über saubere und trockene Hände anziehen.
  • Praktische Hinweise und Hintergrundinfos zumThema Schutzhandschuhe sowie eine "Kundeninformation Hygiene – Fleischer" finden Sie auf der BGN-Website: www.hautschutz-online.de

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