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Wenn die Seele verletzt ist

Wenn die Seele verletzt ist

BGN hilft bei psychischen Problemen nach Arbeitsunfall | Überfall ist auch Arbeitsunfall

von Elfi Braun
Akzente 5/2008 | Magazin für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Rehabilitation

Staplerfahrer Stefan R. konnte kaum noch arbeiten. Er hatte Schlafstörungen und er fühlte sich nur noch deprimiert. Immer wieder tauchte in seinem Kopf das Bild des schrecklichen Unfalls auf. Dann sah er seinen Kollegen, wie er regungslos am Boden lag. Stefan R. hatte ihn mit dem Gabelstapler umgefahren, weil er ihn beim Zurücksetzen nicht gesehen hatte. Es war alles seine Schuld. Dieser Gedanke verfolgte ihn Tag und Nacht. Wie sollte er damit nur fertig werden? Und dann kam unerwartet Hilfe.


Der Zufall hat mitgeholfen
Als der Technische Aufsichtsbeamte der BGN zur Unfalluntersuchung in den Betrieb kam, erzählte man ihm auch von den psychischen Problemen, die Staplerfahrer Stefan R. seit dem Unfall hatte. Für den Technischen Aufsichtsbeamten war klar: Hier hilft die BGN. Denn der Versicherungsschutz bei der BGN umfasst nicht nur die Heilbehandlung von Unfallverletzten mit körperlichen Schäden, sondern auch von Unfallopfern mit seelischen Wunden.
Sabine Wohne, Reha-Managerin der BGN in Erfurt, erklärt: »Eine seelische Verletzung, die infolge eines Unfalls auftritt, muss genauso wie eine körperliche Verletzung medizinisch abgeklärt, betreut und gegebenenfalls behandelt werden, um langfristigen gesundheitlichen und psychosozialen Beeinträchtigungen vorzubeugen. In jeder BGN-Bezirksverwaltung haben wir spezielle Ansprechpartner, die sich um Menschen mit einem unfallbedingten psychischen Trauma kümmern und einen schnellen Kontakt zu einem Psychologen herstellen.« Davon betroffen sein kann jeder Unfall-Beteiligte. Aber auch bei Unbeteiigten, z.B. Arbeitskollegen, die Zeugen des Unfalls waren, kann es zu einer psychischen Traumatisierung kommen.

Auch seelische Unfallfolgen der BGN melden
Leider erfährt die BGN oft gar nicht oder erst sehr spät von Unfallopfern, wenn sie ausschließlich seelische Verletzungen erlitten haben. Sabine Wohne: »Die Menschen in den Betrieben denken vielfach nicht daran oder es ist noch nicht so bekannt, dass die BGN auch hilft, wenn jemand infolge eines Arbeitsunfalls psychische Probleme hat. Wir können aber nur helfen, wenn wir von dem Fall erfahren. Auch hier brauchen wir die Unfallmeldung des Betriebes.«
Eine Unfallmeldung an die BGN sollte ebenfalls erfolgen, wenn Versicherte Opfer einer Gewalttat am Arbeitsplatz oder auf dem Arbeitsweg werden. Denn auch ein Überfall, eine Vergewaltigung oder ein sexueller Übergriff können ein Arbeitsunfall sein - so wie im Fall von Simone K.

Bild: Tabelle

Auf dem Arbeitsweg überfallen
Bäckereiverkäuferin Simone K. war frühmorgens auf dem Weg zur Arbeit überfallen und ausgeraubt worden. Verletzt wurde sie dabei nicht. Aber jeden Morgen, wenn sie das Haus verließ, um zur Arbeit zu gehen, kam die Angst zurück.
Bild: Überfall
Dann raste ihr Herz. Gleichzeitig fühlte sie sich wie gelähmt. Ganz schlimm war es, wenn sie hinter sich laute Schritte auf sich zukommen hörte. Als Simone K.s Chef von den Problemen seiner Mitarbeiterin erfuhr, meldete er den Überfall umgehend an die BGN. So gelang es, dass Simone K. mit nur wenigen Gesprächen mit einem Psychologen geholfen werden konnte. Die Angstattacken ließen nach und hörten schließlich ganz auf. Vergessen wird Simone K. den Überfall wahrscheinlich nie mehr, aber mit professioneller Hilfe kann sie jetzt damit umgehen.
Immer wieder werden Versicherte der BGN Opfer von Gewalttaten am Arbeitsplatz und auf dem Arbeitsweg. Doch solch rasche Hilfe wie bei Simone K. gelingt nicht immer. Deshalb rät Sabine Wohne: »Eine Gewalttat sollte uns auf jeden Fall sofort gemeldet werden. Denn je schneller das Opfer betreut wird, desto besser lässt sich eine psychische Traumatisierung behandeln. Aus Erfahrung weiß ich, dass sie bei schnellem Eingreifen meistens durch 5 Sitzungen beim Psychologen verarbeitet ist. Beginnt die Betreuung dagegen mit zeitlicher Verzögerung, dann ist eine Behandlung meist schwieriger und langwierig.«

Psychische Probleme nach Arbeitsunfall und Überfall

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