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Hände richtig waschen

Kassenarbeitsplätze und Bedientheken

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Kassenarbeitsplätze und Bedientheken

An den Kassen findet zumeist die höchste Anzahl an Kundenkontakten statt, zudem ist in diesem Bereich mit einer ständig relativ großen Personenzahl zu rechnen. Hier hat daher die Wahrung der erforderlichen Mindestabstände (in alle Richtungen) Priorität.  Kunden sollen im Abstand von mindestens 1,5 Metern warten bis alle Waren erfasst sind und nur zum Bezahlen an die Kassen kommen. Dies kann z. B. durch farbige Markierungen am Anfang (Auflegen der Waren) und am Ende (Einräumen in den Einkaufswagen) des Kassenbandes gewährleistet werden.

In dem Bereich zwischen den Markierungen sollen sich die Kunden dann nur einzeln und nur beim eigentlichen Kassiervorgang aufhalten.

Aushänge für Kassen und Bedientheke
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Weiterhin sollten Maßnahmen ergriffen werden, um Distanz zu schaffen zwischen Kassenpersonal und Kunden. Hierzu dienen vielerorts bereits errichtete Barrieren an den Kassen aus Plexiglas oder vergleichbaren Materialien

Das Bezahlen soll bevorzugt elektronisch erfolgen. Damit bei Barzahlung das Geld nicht direkt vom Kunden an die Kassenkraft übergeben werden muss, empfehlen wir, ein kleines Tablett oder eine fixe Geldablage zu benutzen.

Wenn mehrere Kassen parallel geöffnet sind, sollten sie so gewählt werden, dass sie einen möglichst großen Abstand voneinander haben.

Sollen Tandemkassen parallel besetzt werden, so ist dies nur zulässig, wenn hierdurch die gebotenen Abstände der kassierenden Personen zueinander nicht unterschritten werden. Zudem dürfen auch die Abstände der Kunden im Wartebereich und im Kassenbereich hierdurch nicht unzulässig eingeschränkt werden. Sofern keine Abtrennung im Bereich von Oberkörper und Kopf zwischen den kassierenden Personen vorhanden ist, sollen sie sich beim Sprechen möglichst einander nicht zuwenden.

Soweit verfügbar, sollte dem Kassenpersonal Händedesinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden. Die Desinfektion von Kassentisch, Tastatur, Touchbildschirm, Kartenlesegerät oder ähnlich häufig berührten Flächen ist regelmäßig und bei Bedarf (z.B. Verunreinigung, Personalwechsel...) sinnvoll.

An Bedientheken kann durch Plexiglasscheiben oder abgehängte Folien eine Exposition der Beschäftigten durch ausgeatmete Tröpfchen effektiv minimiert werden. Auch durch bauliche Barrieren oder farbige Bodenmarkierungen vor den Bedientheken kann der Aufenthaltsbereich der Kunden so gekennzeichnet werden, dass sowohl der Abstand zu den Beschäftigten als auch der Kunden untereinander das Mindestmaß von 1,5 Meter nicht unterschreitet. Ist dies nicht zuverlässig möglich, ist eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Im Bereich vor der Theke sollten sich immer nur die Kunden aufhalten, die gerade bedient werden.

Für Arbeiten an Bedientheken, z.B. Frischetheken, sind die bereits vorhandenen Anforderungen und Maßnahmen zur Hygiene und zum Hautschutz weiterhin gültig und ausreichend.

Ist an Bedientheken ein Kassierplatz vorhanden, so ist die Wahrung des Mindestabstands an dieser Stelle nicht immer sicher zu gewährleisten. Hier sollte z. B. mit einer durchsichtigen Trennscheibe für die kassierende Person ein zusätzlicher Schutz geschaffen werden.  Das Bezahlen soll bevorzugt elektronisch erfolgen. Damit bei Barzahlung das Geld nicht direkt vom Kunden an die Kassenkraft übergeben werden muss, empfehlen wir, ein kleines Tablett oder eine fixe Geldablage zu benutzen. Falls möglich sollte das Kassieren von einer separaten Fachkraft übernommen werden, um den Kontakt zu den Kunden weiter zu reduzieren.

Die Waren sollten den Kunden nicht direkt übergeben, sondern auf der Theke abgelegt werden. 

Durchsichtige Trennwände, z.B. aus Plexiglas, stellen grundsätzlich eine Möglichkeit dar, wie Beschäftigte insbesondere an Kassenarbeitsplätzen geschützt werden können. Durch eine bauliche Abtrennung lässt sich wirksam verhindern, dass der Luftstrom beim Husten oder direkten Ansprechen durch Kunden in Höhe des Kopfes auf die Kassenkraft trifft. An fertigen Lösungen bzw. Produkten wird unter anderem durch die Kassenhersteller gearbeitet. Angesichts der vielen unterschiedlichen Gestaltungen an den Kassenarbeitsplätzen müssen aber zunächst individuelle Lösungen gesucht werden. 
Durch die Abtrennungen darf es nicht zu zusätzlichen Gefährdungen kommen. Dazu zählt beispielsweise, dass eine ausreichende Stabilität gewährleistet ist und dass spitze Ecken oder scharfe Kanten vermieden werden.
Die Abtrennung sollte mind. 1,80 m hoch sein, damit auch große Kunden nicht über die Abtrennung hinausragen. Je breiter die Abtrennung ist desto besser. Die Abtrennung sollte nicht bereits durch geringfügige Bewegung der dahinter stehenden Person außer Kraft gesetzt werden. Sie sollte in der Breite mind. vom Ende des Vorlaufbandes bis zum Beginn der Warenmulde reichen.

Beziehen Sie wenn möglich das Kassenpersonal in die Gestaltung mit ein, das erhöht die Akzeptanz der Maßnahmen.

In dem Info-Blatt „Maßnahmen bei Tätigkeiten mit Kundenkontakt“ inden Sie die wichtigsten Maßnahmen aus Sicht der Berufsgenossenschaft, wie Sie einen sicheren Kundenkontakt gewährleisten. 
Nach wie vor ist die wichtigste Maßnahme der ausreichende Abstand von mind. 1,5 m, alternativ eine bauliche Abtrennung, z. B. eine Plexiglaswand sowie die konsequente Einhaltung der allgemeinen Hygienemaßnahmen (Händewaschen und -desinfektion, Hust- und Niesetikette). Aus Sicht der BGN ist das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung nur dann erforderlich, wenn die zwei genannten Maßnahmen nicht umgesetzt sind.
Genaueres entnehmen Sie bitte den angehängten Informationsblättern.

Es kann allerdings sein, dass das zuständige Gesundheitsamt oder Ordnungsamt auch vom Verkaufspersonal das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen fordert, dann ist diese Anordnung rechtlich wirksam und zu befolgen.

Weitere Infos:

Ergänzung zur Gefährdungsbeurteilung im Sinne des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards Branche: Gastgewerbe
PDF-Datei

Maßnahmen bei Tätigkeiten mit Kundenkontakt
Info-Blatt
PDF-Datei

Kundeninformation für Bedientheken
PDF-Datei

Eine gute Händehygiene, Einhalten von Husten- und Niesregeln und das Abstandhalten (mindestens 1,5 Meter), sowie technische Abgrenzungen sind die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu schützen. Sind diese Maßnahmen nicht zuverlässig umsetzbar, ist eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Die Gleichwertigkeit von MNB und sog. Face Shields werden aktuell in der Fachwelt kontrovers diskutiert und untersucht.
Kommt der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu dem Schluss, dass durch das Tragen der MNB Beschäftigte an Arbeitsplätzen einer erhöhten Belastung (z.B. in der Küche oder Backstube) ausgesetzt sind, oder andere relevante Gründe wie z.B. die Lebensmittelhygiene, erschwerte Kommunikation mit Kunden und Mitarbeitern (z.B. Gehörlose) vorliegen, kann im Einzelfall ein geeigneter Vollgesichtsschutz getragen werden. Dieser hat das Gesicht vollumfänglich zu bedecken. Wird ein solcher Gesichtsschutz verwendet, so muss dieser für jeden Beschäftigten einzeln (personenbezogen) bereitgestellt werden. Die Reinigung der PSA und die hygienegerechte Auf¬bewahrung ist sicherzustellen.

Es kann allerdings sein, dass das zuständige Gesundheitsamt oder Ordnungsamt auch vom Personal das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen fordert, dann ist diese Anordnung rechtlich wirksam und zu befolgen.

Grundsätzlich müssen Sie immer zuerst technische (T), dann organisatorische (O) und erst zuletzt personenbezogene (P) Maßnahmen, zu denen das Tragen von Einmalhandschuhen gehört, festlegen und durchführen.

Das Tragen von Einmalhandschuhen z.B. im Kassenbereich ist bei konsequenter Händehygiene nicht notwendig und vermittelt möglicherweise ein Sicherheitsgefühl, das diese nur bei konsequenter und fachgerechter Anwendung erfüllen können. Die Voraussetzungen für einen fachgerechten und wirksamen Einsatz von Handschuhen sind: Ein Hautschutz- und Händehygieneplan ist zu erstellen und die Mitarbeiter sind in die hygienische Handhabung der Handschuhe, insbesondere beim Ausziehen der Handschuhe, zu unterweisen. Da während der Benutzung Einmalhandschuhe genauso verschmutzt und kontaminiert werden wie eine unbedeckte Hand, ist trotzdem eine konsequente Händehygiene erforderlich. Auch hier gilt: nicht ins Gesicht fassen, Hygieneregeln und Hustenetikette beachten, Einmal-Handschuhe in kurzen Abständen, spätestens bei Verschmutzung wechseln, nach dem Ausziehen der Handschuhe Hände desinfizieren. Längeres Handschuhtragen und häufiges Händewaschen und/oder Desinfizieren, ist gleichbedeutend mit Feuchtarbeit. Häufige und lange Feuchtarbeit belastet die Haut und kann Hautkrankheiten verursachen. Ab 2 Stunden kumulierter Feuchtarbeit ist dem Beschäftigten eine arbeitsmedizinische Vorsorge anzubieten.

Für den Erreger SARS-CoV-2 wird davon ausgegangen, dass die Übertragung hauptsächlich als Tröpfcheninfektion stattfindet. Die sogenannte Kontakt- oder Schmierinfektion, bei der Erreger nach Kontakt mit kontaminierten Flächen usw. über die Hände in Eintrittspforten wie Mund, Nase, Augen gelangen, spielt demgegenüber eine untergeordnete Rolle. Diesem denkbaren Infektionsweg kann durch Beachtung der Händehygiene und ggf. Händedesinfektion effektiv entgegengewirkt werden. Handschuhe können ein falsches Sicherheitsgefühl erwecken. Während der Benutzung werden sie genauso kontaminiert, wie eine unbedeckte Hand. Das Tragen von Handschuhen bewirkt daher in Hinblick auf die Weitergabe von Keimen mit den Händen keine Verbesserung.

Sollen dennoch Einweghandschuhe zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise weil weder eine Waschgelegenheit noch Händedesinfektionsmittel genutzt werden können, so sind diese so zu benutzen, dass hiervon nicht die Gefahr einer unbeabsichtigten Keimverschleppung ausgeht.* Werden flüssigkeitsdichte Handschuhe getragen, so bildet sich ein Feuchtigkeitsstau, was wiederum leicht zu Hautproblemen führen kann (z. B. trockene Haut, Juckreiz, Rötung). Die Verwendung von Unterzieh-Baumwollhandschuhen sowie häufige Handschuhwechsel werden empfohlen. Über die Verwendung der Handschuhe sind die Beschäftigten zu unterweisen.

Bei Reinigungsarbeiten, z. B. mit Flächendesinfektionsmitteln, kann die Anwendung von Schutzhandschuhen erforderlich sein, hier sind die Herstellerangaben zu beachten.

Sowohl häufiges Waschen, als auch Händedesinfektion und Tragen von Handschuhen strapazieren die Haut. Hautschutz und Pflege müssen dementsprechend angepasst werden.

* Die Hände sind anschließend zu waschen bzw. zu desinfizieren, siehe entsprechende Hinweise des Robert-Koch-Instituts:
Schutzhandschuhe sicher ausziehen
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Für Münzen und Geldscheine gilt das gleiche wie bei sonstigen Oberflächen: Aufgrund der geringen Umwelt-Stabilität von Coronaviren erscheint eine Übertragung des Erregers über diese Wege in den meisten Fällen unwahrscheinlich. Übertragungen durch Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind nicht gänzlich auszuschließen. Aus früheren Epidemien mit ähnlich übertragbaren Erregern gibt es keine Hinweise, dass der Umgang mit Bargeld eine relevante Infektionsquelle darstellt. Hinzu kommt, dass der Hauptübertragungsweg eine Tröpfcheninfektion zu sein scheint.

Siehe auch:
Erregersteckbrief des Robert Koch-Institutes
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Beachten Sie, dass keine Enge im Geschäftslokal und an Orten mit verstärktem Kundenkontakt entstehen darf. Gegebenenfalls muss der Zutritt begrenzt werden. Dazu können z.B. Zugangskontrollen, Verkauf über ein Außenfenster, Hinweise in Kassenbereichen (z.B. Bodenaufkleber) oder Absperrungen beitragen. An Orten mit verstärktem Kunden- oder Personalkontakt sind weitere Schutzmaßnahmen (z.B. Plexiglasscheibe oder gleichwertige Materialien, Abstandsregelungen zum Schutz des Kassenpersonals etc.) umzusetzen.
Sind diese Maßnahmen nicht ausreichend, um das Infektionsrisiko für Ihre Mitarbeiter zu minimieren, ist ein Mund-Nase-Schutz zu tagen.

Weiter ist das Anbringen von Aushängen zu Verhaltensregeln für die Kunden am Eingang und Ausgang (z.B. Abstand einhalten zu Personen im Laden, im Treppenhaus oder im Fahrstuhl) zur Senkung des Infektionsrisikos für die Kunden und die Beschäftigten erforderlich.

www.bghw.de
Aushänge zum Download

Das Bezahlen soll bevorzugt elektronisch erfolgen.

Die Kunden sollten auf die Möglichkeit des bargeldlosen Bezahlens und der berührungsfreien PIN-Eingabe (z.B. mittels mitgebrachtem Stift des Kunden) hingewiesen werden.

Bei Barzahlung gilt: Damit das Geld nicht direkt vom Kunden an die Kassenkraft übergeben werden muss, empfehlen wir ein kleines Tablett oder eine fixe Geldablage zu nutzen. Da in vielen Fällen doch ein gewisser direkter Kontakt mit Bargeld erfolgt, muss auf eine konsequente Händehygiene geachtet werden.

Beschäftigte mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-Erkrankung sollten möglichst nicht für die Kassierarbeiten und nicht im direkten Kundenkontakt eingesetzt werden und sind auf die mögliche Bedeutung von Vorerkrankungen für eine Infektion hinzuweisen. Bei Unsicherheiten über die Relevanz einer Vorerkrankung sollen sich die Beschäftigten an den zuständigen betriebsärztlichen Dienst wenden.

Eine Liste der relevanten Vorerkrankungen finden Sie beim Robert Koch-Institut.

TAD-Hotline

0621 4456 - 3517

tad_bb_praevention@bgn.de tad_bb_praevention@bgn.de

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Die Gesund­heit der Kunden und Beschäf­tigten liegt Ihnen am Herzen. Mit diesen Aus­hängen können Sie Ihre Kunden auf die Vor­sichts­maß­nahmen hin­weisen.
(Link zur BGHW)

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