BGN Berufsgenossenschaft Nahrungs­mittel und Gastgewerbe
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Die Abteilung »Gesundheitsschutz« der BGN

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Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) ist die gesetzliche Unfallversicherung für Versicherte in der Nahrungsmittelbranche und des Gastgewerbes. Neben Rehabilitation und Entschädigung bei Arbeitsunfall und Berufskrankheit hat die BGN den gesetzlichen Auftrag zur Prävention (SGB VII, §1, §14), d. h. zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Dafür ist der Geschäftsbereich Prävention mit den Abteilungen Zentrallabor, Bildung und Organisationsentwicklung, Zentrale Anlagenberatung, Sicherheit/Technischer Aufsichtsdienst und Gesundheitsschutz zuständig.

Die Mitarbeiter dieser Abteilungen beraten die Betriebe branchenspezifisch und bedarfsorientiert zu allen Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Um eine innovative und effektive Prävention zu gewährleisten, ist Präventionsforschung eine wesentliche Voraussetzung. Gesundheitsschutz zu betreiben muss in der heutigen Zeit aus technischer, medizinischer, finanzökonomischer aber auch sozialer Sicht betrachtet werden. 
Dies im Zusammenhang zu bewerten und Lösungsangebote zu erarbeiten ist eine Herausforderung, der sich die Abteilung Gesundheitsschutz täglich stellt.

Aufgrund der unterschiedlichen gesundheitlichen Risikofaktoren innerhalb der Branchen wurden verschiedene Arbeitsbereiche innerhalb der Abteilung Gesundheitsschutz aufgebaut. Ging es früher vorwiegend noch um den Schutz vor Berufskrankheiten, steht seit einigen Jahren die Förderung der Gesundheit im Vordergrund. Nach dem klassischen passiven Gesundheitsschutz mit seinem Schwerpunkt auf dem Minimieren von Gefährdungen und Risiken ist heute vorwiegend die Betrachtung von Gesundheitsressourcen notwendig. Dabei ist die Förderung der salutogenen Ressourcen in Kombination mit Maßnahmen der Verhaltens- und der Verhältnisprävention ein wesentlicher strategischer Aspekt. 

Heute existieren bei unserer BG eine Vielzahl von Präventionsangeboten (Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von allergischen Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen, Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems, insbesondere der Wirbelsäule, Suchterkrankungen, psychomentalen Fehlbelastungen insbesondere infolge von Stress, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lärm- oder Klimabelastungen) von denen hier nur einige beispielhaft aufgeführt werden können.

1. Prävention allergischer Atemwegserkrankungen im Backgewerbe

Das wohl bekannteste Forschungsprojekt, welches inzwischen in ein reguläres Präventionsverfahren der BGN überführt werden konnte, ist die Ursachenanalyse und Risikobewertung für die Entstehung oder Verschlimmerung allergischer Atemwegserkrankungen im Backgewerbe (Bäckerasthma / Bäckerschnupfen). Hier gibt es die Info-Broschüre kostenlos zum Download. 

Intensive Forschungsarbeit durch Ärzte, Biologen, Chemiker, Physiker, Techniker, Psychologen u. a. macht es heute möglich, dass bereits erkrankte Bäcker, die eine Berufsaufgabe zur Meidung der auslösenden Allergene nicht realisieren können oder wollen, unter bestimmten medizinisch und technisch kontrollierten Bedingungen am Arbeitsplatz verbleiben können. 
Durch Untersuchungen in der Backstube des erkrankten Bäckers zu technischen und klinischen Parametern können den Betroffenen bzw. deren Arbeitgebern nicht nur allgemeine Hinweise, sondern ganz gezielte und auf den jeweiligen Arbeitsplatz zugeschnittene Präventionsempfehlungen gegeben werden. 

Die Betroffenen werden zu einer speziellen Asthmaschulung eingeladen, die im Vergleich zu herkömmlichen Asthmaschulungen das Krankheitsbild im Zusammenhang mit den Besonderheiten des individuellen Arbeitsplatzes betrachtet, wie z.B. die Verringerung der berufsbedingten Auslösefaktoren. 

Des Weiteren wird eine medizinische Betreuung in Zusammenarbeit mit den Haus- und/oder Lungenärzten durch die Abteilung Gesundheitsschutz koordiniert. Dazu werden in allen Außenstellen und in vielen regionalen Kompetenzzentren der BGN „Bäckersprechstunden“ angeboten. Zunehmend nutzen auch gesunde Bäcker, Berufsanfänger oder engagierte Arbeitgeber diese Sprechstunden, um sich bereits vor/bei Entstehung erster Krankheitszeichen, zu möglichen Schutzmaßnahmen zu informieren.

Durch das Präventionsprogramm ist es der BGN gelungen, schwere Atemwegserkrankungen deutlich zurückzudrängen und Frühfälle rechtzeitig zu erfassen, Bäckerasthmafälle insgesamt bundesweit zu reduzieren, bestehende Arbeitsplätze zu erhalten und dabei sogar Kosten einzusparen, die zwischenzeitlich eine Beitragssenkung im Backgewerbe bewirkt haben.

2. Prävention von berufsbedingten Hauterkrankungen

Aufgrund häufiger Hauterkrankungen bei Beschäftigten in der Nahrungsmittelbranche ist eine Intensivierung der Präventionsforschung auf dem Gebiet berufsbedingter Hauterkrankungen in den letzten Jahren immer stärker in den Blickpunkt der Abteilung Gesundheitsschutz getreten. 
In Zusammenarbeit mit erfahrenen Hautärzten laufen Untersuchungen mit dem Ziel, die berufsbedingten Handekzeme in ihrem Entstehungsmechanismus insbesondere im Nahrungsmittelgewerbe intensiver zu erforschen, um dadurch effektive Vorbeugemaßnahmen zu etablieren. 

Dabei zeigte sich, dass vor allem Handekzeme durch Überforderung und Abnutzung der Haut im Mittelpunkt stehen. Allergische Hauterkrankungen treten zwar auf, sind aber weniger häufig. Einer Überforderung oder Abnutzung der Haut kann vorgebeugt werden. 

Deshalb bieten die Mitarbeiter des Gesundheitsschutzes den betreuenden Betriebsärzten, den Berufsschulen, aber auch Betrieben und natürlich bereits erkrankten Beschäftigten umfassende Information und Schulungen an, um schwere und chronische Erkrankungen zu verhindern und dadurch letztendlich den Verbleib am Arbeitsplatz zu ermöglichen. 

Hautschädigende Substanzen zu erkennen, Austauschprodukte zu finden, Vorurteile gegenüber Hautschutzprodukten abzubauen, die richtige Auswahl des Hautschutzes für den Lebensmittelsektor zu treffen, die richtige Anwendung und Handhabung von Hautschutzprodukten zu kennen, arbeitsorganisatorische und verhaltenspräventive Maßnahmen einzusetzen, Hygieneanforderungen dabei zu realisieren und vieles mehr sind Aufgaben, die für den betroffenen aber auch für den gesunden Arbeitnehmer und Arbeitgeber oftmals schwer zu lösen sind. 

Hierzu hat sich die Abteilung Gesundheitsschutz einen großen Erkenntnisstand erarbeitet und bietet individuelle Beratung für Mitarbeiter und Verantwortliche an. 

3. Prävention von Lärmschwerhörigkeit

Lärmbelastungen sind heutzutage nicht nur ein berufliches, sondern auch ein gesamtgesellschaftliches Problem. Die Lärmschwerhörigkeit ist eine langsam fortschreitende, oftmals erst recht spät bemerkte, nicht heilbare Zerstörung von Hörzellen im Innenohr, die ab einem bestimmten Stadium den Betroffenen in vieler Hinsicht an der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben hindert. 

Berufliche Lärmbelastungen zu reduzieren ist ein Ziel, das vor allem durch technische Lösungen wie z.B. Einhausungen oder Kapselungen realisiert werden muss. Hier bemüht sich die BGN um enge Zusammenarbeit mit den Maschinenherstellern. Es gibt aber auch Lärmbereiche, die sich technisch (noch) nicht vermeiden lassen, so dass die Beschäftigten durch das Tragen von Gehörschutz die Entstehung einer Lärmschwerhörigkeit verhindern müssen. 

Doch leider wird dies häufig aus verschiedenen Gründen nicht konsequent umgesetzt. Deshalb sind Untersuchungen zur Hörfähigkeit für lärmbelastete Arbeitnehmer eine wichtige Vorsorge. Mit den Forschungsgruppen und den wachsenden wissenschaftlichen Erkenntnissen, den Erfahrungen der Lärmsprechstunde, der technischen Kompetenz des Technischen Aufsichtsdienstes der BGN zur Lärmminderung, erarbeitet die Abteilung Gesundheitsschutz ein effizientes interdisziplinäres Lärmpräventionsprogramm für die versicherten Betriebe mit Lärmbelastung.

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