BGN Berufsgenossenschaft Nahrungs­mittel und Gastgewerbe
Ein junger Bäcker öffnet einen Erste-Hilfe-Kasten

Ersthelferausbildung

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Änderungen für Betriebe ab April 2015

Weniger ist manchmal mehr. Diese Erkenntnis kam auch bei der Revision der Ausbildung betrieblicher Ersthelfer zum Tragen. Die Erstausbildung wurde durch Fokussierung auf Kerninhalte und Praxisbezug auf einen Tag verkürzt, die regelmäßige Fortbildung gestärkt. Außerdem: Alle BGN-Mitgliedsunternehmen müssen ab sofort das neue BGN-Anmeldeformular benutzen, um Beschäftigte zum Ersthelferlehrgang anzumelden.

Eine zu große Fülle von Themen bei der Ersthelferausbildung wirkt sich negativ auf den Lernerfolg aus. Darauf weisen verschiedene wissenschaftliche Studien hin. Vor diesem Hintergrund haben die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe und die Unfallversicherungsträger die Aus- und Fortbildung der betrieblichen Ersthelfer überprüft und geändert. Ziel ist, die mittel- bis langfristige Verfügbarkeit der erworbenen Kenntnisse zu erhöhen. Die Neuerungen gelten ab 1. April 2015. 

Die Neuerungen

  • Der Praxisanteil in der Aus- und Fortbildung wird in den Vordergrund gerückt, z. B. durch Teilnehmerübungen, Ausbilderdemonstrationen und Fallbeispiele.
  • Der Zeitaufwand für die Grundausbildung reduziert sich auf einen Tag (siehe Tabelle).
  • Die regelmäßige Fortbildung (mindestens alle zwei Jahre) wird aufgewertet. Lerninhalte werden praxisnah wiederholt. Die Fortbildung verlängert sich um eine Unterrichtseinheit (UE) auf jetzt 9 UE (siehe Tabelle).

Mehr Praxis

Eine Notfallsituation im Betrieb stellt für viele Ersthelfer und andere medizinische Laien eine hohe psychische Belastung dar. In dieser Stresssituation kommt es weniger auf umfangreiches theoretisches Wissen als auf eingeübte, praktische Handlungen an. Die Erste-Hilfe-Ausbildung fokussiert sich zukünftig darauf, einfache Erste-Hilfe-Maßnahmen und grundsätzliche Handlungsstrategien praxisbezogen zu vermitteln. Auf überflüssige medizinische Informationen und zu hohe Detailgenauigkeit wird verzichtet. 

Was bleibt

  • Um Ersthelfer zu bleiben, ist weiterhin alle zwei Jahre eine Fortbildung erforderlich.
  • Der Lehrgang muss bei einer zugelassenen Ausbildungsorganisation durchgeführt werden.
  • Die Aus- und Weiterbildung betrieblicher Ersthelfer ist für Beschäftigte aus BGN-Mitgliedsbetrieben kostenlos. Die BGN zahlt die Lehrgangsgebühren. Aber: Geändert haben sich für BGN-Mitgliedsbetriebe die Anmeldemodalitäten (siehe Kasten).
  • Unternehmen mit mehr Ersthelfern als gesetzlich vorgeschrieben erhalten 4 Punkte beim BGN-Prämienverfahren. Die vorgeschriebene Mindestanzahl betrieblicher Ersthelfer beträgt 
    - bei 2 bis 20 anwesenden Beschäftigten: → 1 Ersthelfer 
    - bei mehr als 20 anwesenden Beschäftigten: → 10 % der anwesenden Beschäftigten (in Verwaltungs- und Handelsbetrieben 5 % der anwesenden Beschäftigten)

Weitere Angleichung wird geprüft

Der Gesetzgeber prüft zurzeit Pläne, die „Lebensrettenden Sofortmaßnahmen am Unfallort“ für Führerscheinbewerber in Inhalt und Umfang an die betriebliche Ersthelferausbildung anzugleichen (statt 8 dann 9 UE) und die neue betriebliche Ersthelferausbildung für Führerscheinbewerber anzuerkennen. 

  Neu ab 1.4.2015 Bisher
Ausbildung(Grundschulung) 1 Tag (9 UE*) 2 Tage (16 UE)
Fortbildung (mindestens alle zwei Jahre) 1 Tag (9 UE) 1 Tag (8 UE)

* UE= Unterrichtseinheit (45 Minuten)

Hotline Ersthelferausbildung

0621 4456 - 3222

Hier werden Ihre Fragen zur Ersthelferausbildung beantwortet.

ersthelferausbildung@bgn.de