BGN Berufsgenossenschaft Nahrungs­mittel und Gastgewerbe
Ein Journalist recherchiert an seinem Schreibtisch

Sicherheitstipp: Arbeit mit konzentrierten Reinigungslösungen

28. November 2019

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„Erst das Wasser, dann die Lauge, sonst geht sicher ‘was ins Auge“

Den Spruch mit dem Wasser und der Lauge kennen vielleicht einige noch aus der Ausbildung. Er hat es in sich und gilt übrigens auch für Säuren. Zum Hintergrund: Bei der Arbeit werden Reinigungsmittel häufig als konzentrierte Lösungen auf Vorrat gehalten. Bei Bedarf werden die Konzentrate dann zu einer gebrauchsfertigen Reinigungslösung verdünnt.
Dabei ist Vorsicht ist geboten. Denn dieser Arbeitsgang ist nicht ungefährlich und eine Regel gilt immer: Erst das Wasser in den Eimer, dann das Konzentrat. So kann sich die benötigte Mischung langsam und gefahrlos aufbauen. Was passieren kann, wenn man diese Reihenfolge nicht beachtet, zeigt ein aktueller Arbeitsunfall:

Die Aushilfe hatte den Eimer bis zur Hälfte mit dem Konzentrat eines Reinigungsmittels gefüllt, das sie sich mit Wasser zu einer fertigen Reinigungslösung verdünnen wollte. Als sie das Wasser hineinschüttete reagierten die beiden Flüssigkeiten unter starker Hitzentwicklung. Das ätzende Reinigungsmittel kochte im Eimer über und spritzte heftig heraus. Es traf die junge Frau in Gesicht, Hals und Dekolleté. Auch die Kleidung bekam etwas ab.
Nur das schnelle Handeln einer Kollegin verhinderte schwere Verätzungen. Sie spülte der Verletzten sofort die Augen aus, half ihr beim Ausziehen und stellte sie unter die Notdusche. Dem Rettungsdienst gab man den Behälter des Reinigungsmittels mit zur Information der Ärzte mit. Das war klug, denn so wussten die Mediziner sofort, womit sie es zu tun hatten.

Wie es richtig geht

Solche Unfälle lassen sich eigentlich leicht vermeiden. Der erste Schritt dabei ist die Gefährdungsbeurteilung zu diesen Arbeiten. Sie zeigt die Gefahren beim Umgang mit Reinigungsmittelkonzentraten auf und aus ihr ergeben sich die notwendigen Schutzmaßnahmen. Alle Beschäftigten, die mit den Konzentraten umgehen, sind unterwiesen, sie kennen die Gefahren und wenden die Schutzmaßnahmen an. Das bedeutet:

  • Zuerst werden die Herstellerangaben zum Mischungsverhältnis gelesen und sie werden befolgt.

  • Bei der Entnahme von Konzentraten aus Vorratskanistern wird eine Dosiereinrichtung verwendet.

  • Bei der Arbeit mit Reinigungsmittelkonzentraten wird immer persönliche Schutzausrüstungen (PSA) tragen, also Gesichtsschutz, Augenschutz, Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Stiefel.

Reizende und ätzende Stoffe
Arbeitssicherheitsinformation (ASI) 8.05

Ihr Ansprechpartner:

0621 4456-1285

Michael Wanhoff
Pressesprecher

presse-info@bgn.de

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