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Arzt macht sich Notizen während eines Patientengesprächs

Berufskrankheiten

Berufskrankheit

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Ist eine Krankheit als Folge der beruflichen Tätigkeit erwiesen, spricht man von einer Berufskrankheit. Als Berufskrankheit werden aber nur bestimmte Erkrankungen anerkannt, die entstehen, weil die Betroffenen durch ihre Arbeit den gesundheitsschädigenden Einwirkungen in höherem Maß als die gesamte Bevölkerung ausgesetzt sind. Die von der Bundesregierung und vom Bundesrat erlassene Berufskrankheitenliste führt diese Erkrankungen auf: Berufskrankheitenliste

Daneben kann auch eine nicht in der Liste aufgeführte Krankheit unter bestimmten Voraussetzungen wie eine Berufskrankheit entschädigt werden. Die betroffene Person muss hierfür insbesondere einer bestimmten Personengruppe angehören, die durch ihre Arbeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung besonderen Einwirkungen ausgesetzt ist. Weiterhin müssen diese Einwirkungen nach neuen Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft geeignet sein, Krankheiten solcher Art zu verursachen.

Nicht als Berufskrankheit anerkannt werden Leiden, die als allgemeine Erkrankungen gelten, auch wenn die berufliche Tätigkeit dazu beigetragen hat (z.B. Erkrankungen des Stützapparates, Sehnenscheidenentzündungen, rheumatische Erkrankungen). Zivilisations- und Allgemeinkrankheiten, die mehr oder weniger bei allen Berufsgruppen und Teilen der Bevölkerung in gleicher Weise auftreten, scheiden somit als Berufskrankheit aus.

Damit es erst gar nicht zum Ausbruch einer Berufskrankheit kommt, gibt es für bestimmte Tätigkeiten und beim Umgang mit festgelegten Gefahrstoffen arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen als Maßnahme der Prävention. Diese Untersuchungen finden vor Aufnahme der Tätigkeit und in regelmäßigen Abständen zur Überwachung des Gesundheitszustandes statt.

Melden Sie uns im Interesse eines frühzeitigen Handelns bereits den Verdacht auf eine Berufskrankheit! Unsere Bezirksverwaltungen helfen Ihnen gerne weiter, treten Sie mit uns in Kontakt.

Berufskrankheit - was tun?

Die Anzeige ist durch einen Arzt zu erstatten, wenn der ärztlich begründete Verdacht besteht, dass eine Erkrankung nach der Berufskrankheitenliste (Anlage der BK-Verordnung) vorliegt. Ist die Erkrankung in der Liste nicht aufgeführt (Fälle des § 9 Abs. 2 SGB VII), kann eine Anzeige nur mit dem Einverständnis des Versicherten erstattet werden. Ein begründeter Verdacht liegt vor, wenn die Krankheitserscheinungen mit den zu erfragenden persönlichen Arbeitsbedingungen in einem Zusammenhang stehen könnten. Der Unternehmer bzw. sein Bevollmächtigter hat die Anzeige zu erstatten, wenn er aufgrund seines persönlichen Kenntnisstandes Anhaltspunkte dafür hat, dass eine BK vorliegen könnte.

Link zur BK-Liste

Die Anzeige ist durch den Unternehmer (Formblatt), einen Arzt oder Zahnarzt (Formblatt) bzw. formlos durch den Versicherten zu erstatten.

Anzeige durch den Arzt:  
die Berufsgenossenschaft oder die zuständige  
Landesbehörde für den medizinischen  
Arbeitsschutz 1 Exemplar
die Unterlagen des Arztes 1 Exemplar
   
Anzeige durch den Unternehmer:  
die Berufsgenossenschaft 1 Exemplar
die Unterlagen des Unternehmers 1 Exemplar
der Betriebsrat (Personalrat) 1 Exemplar

Die Anzeige ist binnen 3 Tagen zu erstatten, nachdem der Unternehmer von der Erkrankung Kenntnis erhalten hat. Haben Ärzte oder Zahnärzte den begründeten Verdacht, dass bei einem Versicherten eine Berufskrankheit besteht, haben sie dies dem Unfallversicherungsträger oder der für den medizinischen Arbeitsschutz zuständigen Stelle unverzüglich anzuzeigen.

Todesfälle, besonders schwere Berufskrankheiten (wie z.B. Krebserkrankungen) und Massenerkrankungen sind außerdem fernmündlich oder per Telefax/E-Mail der Berufsgenossenschaft zu melden.

Die Vordrucke für die Berufskrankheitenanzeigen stehen Ihnen hier als Word-Dokument zum Download zur Verfügung.

Bitte richten Sie die Anzeige an die für Sie zuständige Bezirksverwaltung.

Vordrucke zum Download

Hinweis: vor Verwendung der Word-Formulare müssen die Feldfunktionen in Word ausgeschaltet werden (Menü, "Extras", "Optionen", Registerkarte "Ansicht").

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Rehabilitation

0621 4456-1547

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